Baden
Musik zwischen Besinnlichkeit und Unruhe

Der Badener Saxofonist Mario Schenker hat seine erste CD mit dem Namen «Melodien» vorgestellt. Begleitet und unterstützt wurde er von drei weiteren Musikern.

Jürg Blunschi
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Mario Schenker am Saxofon und seine Band im «Isebähnli». zvg

Mario Schenker am Saxofon und seine Band im «Isebähnli». zvg

Der Badener Saxofonist Mario Schenker nennt seine erste CD schlicht «Melodien». Am vergangenen Montag stellte er dieses vor wenigen Wochen veröffentlichte Album im Stadtbistro Isebähnli vor.

In dem vom Verein «Jazz in Baden» veranstalteten Konzert interpretierten Mario Schenker (Alt- und Sopransaxofon) und seine Mitmusiker Yves Theiler (Piano), Silvan Jeger (Bass) und Maxime Paratte (Schlagzeug) ausschliesslich die Musik, die auch auf der CD zu finden ist.

Alle acht Stücke der CD sind Schenkers Kompositionen. Wüsste man es nicht, so wäre es wohl unschwer zu erkennen gewesen, denn Schenkers Handschrift zog sich als roter Faden durch den Konzertabend.

Die Grundstimmung der Musik war eher dunkel-melancholisch, sie verbreitete eine vereinnahmende, meditative Aura, hatte gelegentlich auch etwas Entrücktes.

Bei alledem kam die Musik indes höchst lebhaft daher, es herrschte eine beständige Unruhe, ein emsiges Treiben, das in so aufmüpfigem Widerspruch stand zu der besinnlichen Wirkung. Mag sein, dass in der Beherrschung dieser Doppelbödigkeit das Geheimnis des Komponisten Mario Schenker liegt.

Ruhige und kraftvolle Musiker

Als Interpret und Solist war Mario Schenker von ruhiger Art und stellte sich nicht ständig ins Zentrum. Dieses gehörte dem Pianisten Yves Theiler, einem kraftvollen und raumgreifenden Musiker, der mit einem breiten Ausdruckspektrum zwischen orchestraler Artistik und barocken Verzahnungen aufwartete.

Theiler war eigentlich der Kopf der erwähnten Umtriebigkeit, einem rhythmisch weitgehend ungebundenen Musizieren, das sich durch ruheloses Vorwärtsdrängen dennoch seine rhythmischen Eck- und Haltepunkte schuf.

In dieses Netz waren auch Bassist Silvan Jeger und Schlagzeuger Maxime Paratte eingebunden. Der Bassist mit flirrenden, aber sicher geführten Linien und ausführlichen, tragenden Soli. Der Schlagzeuger wiederum höchst aufmerksam und sensibel, in beständiger Unruhe, aber dynamisch immer kontrolliert und zur ursprünglichen Komposition in so respektvoller Distanz, dass deren Eigenarten ausgeprägt blieben.

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