Baden
Musikalische und literarische Reise in die Vergangenheit

Das Ensemble Spektrum erinnert mit «Kurkapelle Baden reloaded» an das Kurorchester.

Urs Tremp
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Das Ensemble Spektrum lässt das Kurorchester wieder aufleben: (v.l.) Ursula Hächler, Gregor Loepfe, Marc Bätscher und Ardina Nehring. zvg

Das Ensemble Spektrum lässt das Kurorchester wieder aufleben: (v.l.) Ursula Hächler, Gregor Loepfe, Marc Bätscher und Ardina Nehring. zvg

Marianne Martenet

Von den 60er-Jahren des 19. Jahrhunderts bis in die 70er-Jahre des 20. Jahrhunderts spielte das Kurorchester praktisch täglich zur Unterhaltung der Badener Kurgäste auf. Zwar schrumpfte das Orchester am Ende auf einen einzelnen Barpianisten zusammen. In seiner besten Zeit um die Jahrhundertwende gehörten zum Orchester aber rund vierzig Musiker. Der Pianist und Musikwissenschaftler Gregor Loepfe hat sich intensiver mit der Geschichte des Kurorchesters beschäftigt.

In den Badener Neujahrsblättern 2016 hat er seine Recherchen veröffentlicht. Nun folgt dieser wissenschaftlichen Aufarbeitung quasi die klingende Entsprechung: «Kurkapelle Baden reloaded» nennt sich das Projekt des Ensembles Spektrum. Marc Bätscher (Klarinette), Ardina Nehring (Violine), Ursula Hächler (Cello), Gregor Loepfe (Klavier) und die Schauspielerin Marisa Waldburger lassen mit Kurorchestermusik und Texten von Autoren, die in Baden gekurt haben, aber auch aus Protokollen des Kur- und Verkehrsvereins und der Casinogesellschaft verschiedene Epochen des Badener Kurbetriebs wieder aufleben.

«Da das Kurorchester sowohl ernste Konzert- als auch leichte Salonmusik spielte, haben wir literarische Parallelen gesucht und sind in den unterhaltsamen Protokollen des Kur- und Verkehrsvereins und der Kurhauskommission fündig geworden», sagt Gregor
Loepfe.

Epochen des Badener Kurlebens

Die letzte grössere Formation des Kurorchesters bestand aus einem Quintett. Diese Besetzung wird in leicht abgeänderter Form in «Kurkapelle Baden reloaded» wieder zum Leben erweckt. Dazu liest Marisa Waldburger Texte von Poggio Bracciolini, Johann Caspar Lavater und Hermann Hesse. Sie stammen aus den Jahren 1416, 1799 und 1923 und gewähren dem Publikum einen Einblick in ganz unterschiedliche Epochen des Badener Kurlebens.

Neben Salonmusik aus dem 19. Jahrhundert spielt das Ensemble Spektrum auch ernste Musik aus der Romantik und dem Impressionismus. Solche Musik gehörte ebenfalls zum Repertoire des Kurorchesters.

Einzelne Musikstücke hat Gregor Loepfe speziell für dieses Projekt arrangiert. Zum Konzert wird ein Afternoon Tea serviert. Die Veranstaltung findet in Zusammenarbeit mit dem Atrium-Hotel Blume statt.

Aufführung: Sonntag 12. März,
15 Uhr, im Jugendstilsaal Hotel Blume, Kurplatz Baden.
Tickets ausschliesslich im Vorverkauf erhältlich: Info Baden, www.ticket.baden.ch

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