Baden

Musikalisches Feuerwerk am Gospelkonzert

Das Konzert des Gospelchors «Spirit of Hope» hat in Baden für «Standing Ovations» gesorgt.

Das Konzert des Gospelchors «Spirit of Hope» hat in Baden für «Standing Ovations» gesorgt.

Der Nussbaumer Chor «Spirit of Hope» hat das Publikum in der vollbesetzten reformierten Kirche Baden begeistert.

Während im Kirchgemeindehaus noch Haare frisiert und grüne Krawatten gebunden werden, versammelt sich im Kirchenraum ein breit gefächertes Publikum. Bald sind alle Plätze besetzt, und es werden so viele Stühle wie möglich zusätzlich hingestellt.

Um acht Uhr, beim Einmarschieren der über 60 Sängerinnen und Sänger des Gospelchores und seiner verstärkten Band, ist die Spannung in der reformierten Kirche Baden gross.

Schon das Eingangslied «Revival» überzeugt und passt auch zur Geschichte des Chores. Denn gemäss Aktuarin und Moderatorin Michelle Kloter strebt der Chor die stetige «Wiederbelebung» an: «Wir erweitern unser Spektrum seit vielen Jahren und präsentieren Ihnen heute nicht ‹Oh happy day›, sondern eine Vielfalt von Power-Gospel, ruhigen Balladen über a-capella-Songs bis zu vierstimmigen klassischen und modernen Kompositionen.»

Immer wieder neue Überraschungen

Nach «Lord I need you» oder «I believe» zeigt der klassische Kirchengesang «Cantate domino» in lateinischer Sprache eine ganz andere Facette, und selbst der bekannte Liedtext «Kumbaya» entfaltet sich in einer unerwarteten, wunderschönen Melodie. Die Lieder folgen sich Schlag auf Schlag – nur durch den kräftigen Applaus unterbrochen – und werden von der heute verstärkten Band mit Überraschungen durchwirkt.

So spielt der Saxophonist Benjamin Rodrigues auch Violine, und Willi Hauenstein entlockt seinen zusätzlichen Perkussions-Instrumenten zauberhafte Klangfolgen. Aus dem Chor treten Solistinnen und Solisten näher zum Publikum und bereichern so den Melodienreigen: Grazielle Müller, Antonia und Dario De Bonis sowie Julia Bauer und Caty Berney.

Die musikalische Leitung teilen sich Andrea Graf und Christoph Wieder auf; sie dirigieren im Wechsel und gliedern sich dann wieder wie die Solisten in den Chor ein. Dieser «Rollentausch» verleiht dem Konzert eine besondere Dynamik, und man ist stets gespannt, was nun kommen wird.

Das Ganze erinnert an ein barockes Feuerwerk, das keine grellen und überlauten Knaller duldet, sondern faszinierende Kreationen bildet und damit das Publikum entzückt, sodass die Erwartungen immer grösser und dennoch übertroffen werden.

Nach 90 Minuten Genuss – vom fetzigen Gospel bis zur verträumten Ballade – verlangt das Publikum mit Applaus und «Standing Ovations» mehrere Zugaben, lässt schliesslich eine Note im Kollektenkörbchen verschwinden, mag aber dennoch nicht nach Hause gehen. Deshalb wird vor der Kirche oder in einem der nahen Restaurants noch ein wenig geplaudert.

Chor vor 25 Jahren nach Konfirmation gegründet

Der Dirigent Christoph Wieder ist gleichzeitig ein Mann der ersten Stunden: «Bei der zweiten oder dritten Probe stieg ich ein, sozusagen aus ‹Spass an der Freude›, und blieb dabei.» Gegründet wurde «Spirit of Hope» vor 25 Jahren nach einer Konfirmation in Nussbaumen, denn die Gospel-Lieder der Jugendlichen zündeten wie ein Feuerwerk.

Einig ist man sich auch, dass der eindrücklichste Höhepunkt ihrer musikalischen Reisen letztes Jahr das Mitmachen am Chorfestival im Petersdom in Rom war. Das Schönste daran sei gewesen, dass das Lied «Halleluja» anlässlich einer Feier von Papst Franziskus zu hören war.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1