Hunde-Drama
Muss der ausgesetzte Diego zurück zur Besitzerin?

Im Drama um den Hundewelpen Diego, der hilflos in einem Baumstumpf gefunden wurde, laufen die Ermittlungen wegen Tierquälerei gegen seine Besitzerin. Eine Juristin erklärt, wie es mit ihm weitergehen könnte.

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Diego erholt sich von seinen Strapazen.

Diego erholt sich von seinen Strapazen.

Tele M1

Hundewelpe Diego, der vergangene Woche im Wald bei Niederwil in einem Baumstumpf gefunden worden ist, geht es schon wieder deutlich besser. Diego erholt sich zurzeit im Tierheim des Aargauischen Tierschutzvereins in Untersiggenthal von seinen Strapazen.

Bereits haben sich über 150 Personen gemeldet, die dem 12 bis 14 Wochen alten Jungtier ein Zuhause geben möchten. Ewig wird er im Tierheim nicht bleiben. Was passiert mit ihm?

Die grosse Frage ist, ob der Welpe tatsächlich von seiner Besitzerin ausgesetzt wurde oder – wie sie behauptet – selber ausgebüxt ist. Die Staatsanwaltschaft prüft dies. «Hat die Besitzerin Diego tatsächlich ausgesetzt, so hat sie keinen Anspruch mehr auf ihn», sagt Stefanie Frei, Juristin von der Organisation Tier im Recht. Er müsste also nicht mehr zurück zu ihr.

Die Begründung: Ein Hund habe grundsätzlich keine Rechte, da er keine Rechtsperson sei. Er habe aber sehr wohl «schutzwürdige Interessen», womit seine Bedürfnisse durchaus zu berücksichtigen seien. Ein Halter ist also für das Wohlergehen der Tiere verantwortlich, erklärt Stefanie Frei. Diese wurden im Fall Diego offensichtlich verletzt. Grundsätzlich gilt aber die Unschuldsvermutung, so lange kein Urteil gesprochen wurde.

Und was geschieht bis dahin? Stefanie Frei: «Solange die Ermittlungen und das Verfahren laufen und kein Urteil vorliegt, darf der Welpe nicht weitervermittelt werden.» Die Situation im Tierheim sei für ein Tier aber nicht optimal, da die Bezugspersonen fehlen. «Zum Wohl vom Tier sollten die Behörden rasch ein Urteil fällen», sagt die Juristin.

Der Welpe wurde letzte Woche von einem Jagdaufseher im Wald zufällig gefunden, weil er sein Winseln hörte. Diego war in einem Baumstumpf gefangen. Astrid Becker, Präsidentin des Aargauischen Tierschutzvereins bezweifelt, dass das Hündchen von alleine im Baumstumpf landen konnte. «Der Stamm ist einen Meter hoch, Diego ist ein kleiner Welpe – ich bezweifle, dass er selber da reingekommen ist.»