Dorfbild

Mutiger Änderungsvorschlag in neuer BNO: Turgi will achtstöckige Häuser erlauben

Auf der Wiese hinter den Gleisen könnten in Zukunft hohe Gebäude stehen. ZVG

Auf der Wiese hinter den Gleisen könnten in Zukunft hohe Gebäude stehen. ZVG

Für die neu revidierte Bau- und Nutzungsordnung (BNO) beginnt kommende Woche das Mitwirkungsverfahren, bei dem die Bevölkerung mögliche Einwände deponieren kann. Der Gemeinderat präsentiert darin einen mutigen Vorschlag: Auf der Südseite des Bahnhofes sollen künftig hohe Gebäude gebaut werden dürfen.

Es sind grosse Fussstapfen, in die der Turgemer Gemeinderat tritt: Nachdem die Bau- und Nutzungsordnung 1996 letztmals überarbeitet worden war, gewann die Gemeinde den Wakkerpreis des Schweizerischen Heimatschutzes. Besonders gelobt wurden die qualitätsvolle Siedlungsentwicklung, die zeitgemässen Neubauten und der sorgfältige Umgang mit historischen Gebäuden.

Nun ist die BNO erneut revidiert worden, kommende Woche beginnt das Mitwirkungsverfahren, bei dem die Bevölkerung mögliche Einwände deponieren kann. Der Gemeinderat hat bei der Überarbeitung versucht, an die Tradition anzuknüpfen, das heisst: Turgi strebt einen Mix von qualitativem Wachstum und dem Erhalt von identitätsbildender Baustruktur an.

Ein mutiger Änderungsvorschlag in der neuen BNO sticht heraus: Auf der Südseite des Bahnhofes sollen unter gewissen Bedingungen künftig Gebäude mit bis zu acht Geschossen erlaubt sein. «Bauten mit so vielen Stockwerken direkt bei einem Bahnhof wären für den Kanton Aargau einmalig», sagt Turgis Gemeindeammann Adrian Schoop (FDP).

Dank der Gesamtrevision der Nutzungsplanung soll Turgi in den kommenden rund 15 Jahren von aktuell 3000 Einwohnern auf rund 3600 Einwohner wachsen können. «Turgi kann fast nur noch durch innere Verdichtung ein gewisses weiteres Wachstum erreichen», sagt Gemeindeammann Adrian Schoop. Dies, weil die Hälfte des Dorfes natürliche Grenzen wie die Limmat oder den Wald hat und weitere Einzonungen derzeit nicht möglich sind. In Wohnquartieren mit geringen Dichten sollen Anreize für qualitätsvolle Innenentwicklung geschaffen werden: Verdichtetes Bauen wird darum in mehreren Quartieren einfacher als bisher möglich sein – so beispielsweise im Ortsteil Wil.

Ein besonderes Augenmerk wird dem Erhalt von Grünzonen geschenkt: Die Parkzonen und die Spezialzone Spinnerei bleiben erhalten. Und zu den 18 Objekten, die seit Jahren als schützenswert gelten, sind 7 weitere hinzugekommen: Die reformierte und die katholische Kirche (az berichtete), die Eisenbahnbrücke über die Limmat, die Treppenanlage im Gut, die Wohnhäuser an der Poststrasse 4 und 6 sowie das Musighüsli an der Bahnhofstrasse 23.

Informationsanlass zur neuen Bau- und Nutzungsordnung: Dienstag, 21. Februar, 19 Uhr.

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