Baden
Mutmasslicher Bombendroher ist wieder auf freiem Fuss

Nach Drohung gegen den Manor in Baden: Ein 32-jähriger Mann ist nach wie vor dringend tatverdächtig. Doch die Voraussetzungen für eine Untersuchungshaft seien nicht gegeben, sagt Fiona Strebel, Sprecherin der Aargauer Staatsanwaltschaft.

Pirmin Kramer
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Grosseinsatz für die Polizei in Baden am 1. November: Grund war eine anonyme Bombendrohung.
16 Bilder
Bombendrohung im Manor Baden (1.11.2018) (1)
Ab Mittag durchsucht die Polizei während Stunden mit Sprengstoff-Suchhunden das Warenhaus Manor am Schlossbergplatz. Gefunden wurde nichts.
Der Manor in Baden nach der Bombendrohung.
Der anonyme Anrufer meldet sich um 9.30 Uhr bei Manor in Baden.
Die Polizei ist mit einem Grossaufgebot in Baden.
Die Polizei evakuiert aus dem Warenhaus und den umliegenden Gebäuden mehrere hundert Personen und sperrt das Gebiet weiträumig ab.
Mehrere Dutzend Einsatzkräfte von Kantonspolizei, Stadtpolizei Baden, Regionalpolizei Brugg, ein Detachement der Feuerwehr Baden sowie eine Ambulanzbesatzung stehenvor Ort im Einsatz.
Gegen 16 Uhr gibt die Polizei den Schlossbergplatz wieder frei.
Der menschenleere Schlossbergplatz in Baden. Kein Mensch auch auf der Dachterrasse des Manor.
Das Manor-Warenhaus in Baden. (Archiv)

Grosseinsatz für die Polizei in Baden am 1. November: Grund war eine anonyme Bombendrohung.

Kapo AG

Der 32-jährige Mann, der am vergangenen Donnerstag festgenommen wurde, weil er eine telefonische Bombendrohung gegen den Manor in Baden ausgesprochen haben soll, befindet sich wieder auf freiem Fuss, wie Fiona Strebel, Sprecherin der Aargauer Staatsanwaltschaft, auf Anfrage der AZ erklärt.

Der Mann sei zwar nach wie vor dringend tatverdächtig, und ein Verfahren wegen Drohung und Schreckung der Bevölkerung sei eröffnet worden. Die Voraussetzungen für eine Untersuchungshaft seien aber nicht gegeben.

Damit ein Zwangsmassnahmengericht eine Untersuchungshaft anordnen könnte, müssten mehrere Voraussetzungen gegeben sein. Erstens ein dringender Tatverdacht zu einem Vergehen, der laut Strebel in diesem Fall gegeben ist. Darüber hinaus müsste aber zusätzlich mindestens ein sogenannter «besonderer Haftgrund» gegeben sein – dazu gehören etwa Fluchtgefahr, Verdunkelungsgefahr oder Ausführungsgefahr. Ein besonderer Haftgrund sei im vorliegenden Fall nicht vorhanden, erklärt Fiona Strebel. Zu einem allfälligen Motiv und zur Frage, ob der Mann geständig ist, geben die Strafverfolgungsbehörden derzeit keine Auskunft.

Beim Warenhaus Manor war am Donnerstag eine telefonische Drohung eingegangen, wonach im Gebäude eine Bombe platziert sei. Das Kaufhaus wurde ebenso evakuiert wie umliegende Gebäude und Wohnungen, während rund sechs Stunden war das Zentrum rund um den Schlossbergplatz abgesperrt.

Beim Tatverdächtigen handelt es sich laut Staatsanwaltschaft um einen 32-jährigen Türken, der in der Region wohnhaft ist. Laut heutigem Kenntnisstand arbeitete er selber nie im Manor.

So erlebte Badens Ehrenbürger Sepp Schmid die Evakuation:

So erlebte eine Ladenbesitzerin den heiklen Moment:

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