Gebenstorf
Nach 146 Jahren verabschieden sich die Eintracht-Sänger

Der Männerchor gibt seine Auflösung bekannt. Von einst 45 Mitgliedern sind heute gerade noch 14 übrig geblieben. Der Verein hätte weitergeführt werden können. Davon ist Anton Wolleb überzeugt. Der Ehrendirigent leitet den Verein seit 45 Jahren.

Florian Zimmermann
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Adventskonzert des Männerchors Eintracht zusammen mit dem Werkmeisterchor Baden.ZVG

Adventskonzert des Männerchors Eintracht zusammen mit dem Werkmeisterchor Baden.ZVG

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«Es ist eine traurige Angelegenheit», sagt Niklaus Deck, Präsident des Männerchors Eintracht. Der Chor löst sich in seinem 146. Vereinsjahr schweren Herzens auf. Der Verein kämpft mit der Überalterung: «Mit einem Durchschnittsalter von 75 Jahren werden die Auftritte im Stehen für die Sänger zur Tortour», sagt Deck. «Für Einzelne sind solche Belastungen einfach nicht mehr machbar.» Die verbleibenden 14 Mitglieder könnten die Stimmen nicht mehr ordentlich besetzen: «Mit jeweils zwei bis drei Sängern pro Register wird es schwierig», sagt Deck

Neben der Überalterung fehlt dem Verein der Nachwuchs. «Unser Liedgut spricht die jüngeren Generationen nicht mehr an», sagt der Präsident. Ehrendirigent Anton Wolleb ist anderer Meinung «Die Literatur hat nichts mit dem fehlenden Nachwuchs zu tun», sagt er. Die Dorfkultur komme neben den heutigen flexiblen Arbeitszeiten und familiären Pflichten einfach zu kurz. Wolleb ist seit 45 Jahren musikalischer Leiter des Männerchors Gebenstorf. Damals zählte der Männerchor 45 Mitglieder.

Wolleb ist überzeugt: «Eine Weiterführung des Vereins wäre möglich gewesen.» Nach dem der gesamte Vorstand für 2014 seine Demission angekündet hat, haben keine andere Mitglieder die Führung übernehmen wollen. «Es hat ihnen an Motivation gefehlt», sagt der Dirigent. Er bedauere die Auflösung sehr.

15 Jahre lang präsentierte der Männerchor Eintracht zusammen mit dem Werkmeisterchor Baden das Adventskonzert und lockte die Bevölkerung durch das jährliche Waldsingen. «Wir hatten eine kulturelle Aufgabe, die nun nicht mehr erfüllt wird», sagt Wolleb. Um die Sänger macht sich der Dirigent keine Sorgen: «Die Männer, die singen wollen, werden sich einen neuen Chor suchen». Er selber leite weiterhin den Werkmeisterchor.

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