Einiges hat sich in den letzten 25 Jahren verändert; vieles ist im ThiK gleich geblieben. «Kulturell wie gastronomisch bieten wir unseren Gästen nur das an, was von guter Qualität ist, uns selber gefällt», sagt Rösch. So würden sie sich jedes Stück vorher anschauen, ehe es ins Programm aufgenommen werde. «Und an der Bar schenken wir zum Beispiel keine Coca-Cola aus», ergänzt Egli lachend.

Ende 1989 übernahmen Anita Rösch und Andrea Koller-Bill die ThiK-Leitung. Simon Egli war damals für alles Technische verantwortlich. «Mit den Jahren wuchs ich immer mehr in die eigentliche Theaterleitung hinein», blickt Egli zurück. Seit rund zwölf Jahren – damals schied Koller-Bill aus der Leitung aus – bildet er mit Rösch offiziell die Leitung des Kleintheaters an der Kronengasse. «An der Aufgabenteilung hat sich nichts geändert», so Egli. Er sei vor allem für das Technische zuständig, seine Frau Anita – sie heirateten ein Jahr nach der ThiK-Übernahme – primär für die Programmgestaltung und Geschäftsführung. «Das ThiK war sozusagen unser uneheliches Kind», sagt das Ehepaar Rösch-Egli.

«Am Anfang zahlten wir Lehrgeld»

Dieses Kind ist jetzt erwachsen geworden. Herausgekommen ist ein gesunder, junger Mensch, um bei der Metapher zu bleiben. «Für uns der richtige Moment, die Leitung im Sommer 2015 an neue, frische Kräfte zu übergeben.» Die Antwort auf die Frage, weshalb sie ihren Abschied so früh verkünden, lautet: «Wir wollen einen nahtlosen Übergang gewährleisten», so Egli. Aus diesem Grund sei es das Ziel, die neue Leitung bei der Saison 2014/2015 mitlaufen zu lassen. Denn Anita Rösch und Simon Egli sind überzeugt, dass der ThiK-Geist so in die nächste Generation gerettet werden könne.

Was ist denn das Merkmal dieses ThiK-Geistes? «Ich würde sagen, die intime Atmosphäre und der direkte Austausch zwischen Künstlern und unserem – übrigens sehr treuen – Publikum», sagt Rösch. Sie sähen sich denn auch in erster Linie als Vermittler zwischen Gast und Künstler. «Wichtig ist und auch, dass das Publikum nicht einfach nur konsumiert, sondern ein Dialog entstehen kann.» Dabei denkt Egli etwa an die Reihe «PhiloThiK». Gleichzeitig betonen beide: «Wir haben immer versucht, qualitätsvolle und anregende Kunst ins ThiK zu bringen; das heisst aber nicht abgehobene Kunst.»

Natürlich seien sie auch von Missgriffen – vor allem in der Anfangszeit – nicht verschont geblieben. «Klar schluckt man erst mal leer, wenn man ein Stück nur ausschnittweise gesichtet hat, und dann die Qualität nicht durchhält und das Publikum enttäuscht wird.» Da hätten sie in den Anfängen auch Lehrgeld bezahlen müssen, so Rösch. «Heute kennen wir unser Publikum aber so gut, dass ein Rheinfall an der Limmat ausgeschlossen ist.»

Und was planen Rösch und Egli für die Zeit nach dem ThiK? «Das ist noch völlig offen. Vorerst liegt unser Augenmerk voll und ganz auf der Vorbereitung der 25. ThiK-Saison und auf der Einarbeitung der neuen Theaterleitung – sobald diese feststeht.» Dies soll laut Vereinspräsident Alfons Müller bis spätestens zum Auftakt der Saison 2014/2015 der Fall sein, damit die neue Leitung die Saison begleiten könne. Alfons Müller: «Wir werden die Stelle ausschreiben; es ist dabei noch offen, ob das ThiK wieder von zwei Personen geführt wird, oder ob wir uns für eine Person entscheiden.»