Mit einer grossen Schaufel grub er ein 18 Zentimeter tiefes Loch, dann setzte er sich in den Kran. Der grosse Stein mit der Inschrift 2013 schwenkte hin und her. Während die Besucher eine Welle machten, vollendete der Badener Stadtammann Geri Müller die neue Strasse.

Mit einer grossen Feier ist die Weite Gasse, an der die Bauarbeiter fünf Monate und fünf Tage gearbeitet hatten, eingeweiht worden. Besucher aller Altersklassen versammelten sich auf der Flaniermeile. Die Band Ed Elastic sorgte mit ihrer Live-Musik für gute Stimmung. Die jüngeren Gäste hielten Ballone in der Hand. Im riesigen Sandkasten, den die Firma Granella samt Spielzeug-Kran in der Weiten Gasse platziert hatte, konnten sich die Kinder selber als Bauarbeiter versuchen.

110 000 Steine, 30 000 Stunden

Mitten durch die Gasse fuhr eine kleine Eisenbahn. «Wir wollen ausprobieren, ob die Vision der Limmattalbahn auch in Baden Zukunft hätte», sagte Geri Müller. Er setzte sich auf den Zug und fuhr damit zur Haltestelle «Müller», wo er seine Begrüssungsrede hielt. «Die Bauarbeiter haben nicht nur Unglaubliches geleistet, sie waren auch immer sehr zuvorkommend, wenn Passanten Fragen zur Umleitung hatten.» Ganze 110 000 Steine wurden verarbeitet, das sind 460 Tonnen Gestein. Dazu benötigten die Bauarbeiter 30 000 Arbeitsstunden. Auch für die Geduld der in der Weiten Gasse ansässigen Geschäfte dankte Müller. Diese hatten in der Zeit der Neugestaltung mit Verlusten zu kämpfen.

Trotzdem sind die meisten der Meinung, dass sich die Mühe gelohnt hat. Die Strasse kommt bei den Passanten sehr gut an. «Durch das Aufheben des Trottoirs sieht die Weite Gasse nun viel grösser aus», schwärmte eine Besucherin. «Man hat richtig Lust hier einzukaufen und einen Kaffee zu trinken.» Bewundernde Blicke schweiften immer wieder über den Boden.

Kritische Stimmen zum Bus

In der Mitte besteht die Strasse aus grossflächigen Gubersteinplatten, während der Rand, etwas erhöht, aus Kopfsteinpflastern gefertigt wurde. Der Übergang dazwischen ist abgeschrägt. «Bis auf die Abschrägung finde ich die Strasse toll», sagte Hans Müller aus Baden. «Ich bin gespannt, wie viele dort noch stolpern werden.» Einige kritische Stimmen gab es wegen der Tatsache, dass ab Montag die Busse wieder den gewohnten Weg durch die Weite Gasse nehmen. «Gerade mit der Renovierung des Schulhausplatzes brauchen wir die Weite Gasse für den Busverkehr», erklärte Geri Müller.