Bezirk Baden

Nach Aufreger über Geri-Müller-Lohn: Das verdienen die anderen Ammänner

So haben sich die Löhne der Gemeindeammänner im Bezirk Baden seit 2006 verändert

So haben sich die Löhne der Gemeindeammänner im Bezirk Baden seit 2006 verändert

Einige Gemeindeammänner verdienen mehr als doppelt so viel wie ihre Kollegen – dafür gibt es Gründe.

Nach der Diskussion um den Lohn des Badener Stadtammanns (die az die berichtete) stellt sich der Frage: Wie viel verdienen eigentlich die Gemeindeammänner und ihre Gemeinderatskollegen im Bezirk Baden? Eine Frage, die bei einigen Gemeinden für wenig Begeisterung sorgte.

«Wir verzichten auf die Teilnahme an Ihrer Umfrage. Unserer Ansicht nach macht es wenig Sinn, einen Vergleich anzustellen zwischen der Besoldung des Stadtammanns von Baden und den Gemeindeammännern und Gemeinderäten kleinerer Gemeinden», liessen einige Gemeinden ausrichten. Oder: «Ich bin nicht bereit, mit Abgeltungszahlen hausieren zu gehen und an unnötigen Diskussionen über Gemeinderatsentschädigungen teilzunehmen.»

Es gibt grosse Unterschiede

Doch die Saläre der Exekutive sind öffentlich, weshalb mit gutem Zureden die Zahlen dann doch zusammengetragen werden konnten. Die Übersicht zeigt, dass die Saläre in eher kleinen Gemeinden in der Regel geringer ausfallen. Doch vereinzelt gibt es grosse Unterschiede. So verdient Frau Gemeindeammann Marlène Koller von Untersiggenthal mit 75 000 Franken mehr als doppelt so viel wie ihr Kollege in der Nachbarsgemeinde Turgi. Dort kommt Peter Heiniger bei einem gleichen Pensum von rund 50 Prozent auf einen Jahreslohn von gerade mal 30 667 Franken.

Gerade dieses Beispiel illustriert, weshalb die Gemeinden mit der Bekanntgabe der Löhne ihre Mühe haben. «Es gibt verschiedene Varianten, wie Gemeinden ihre Räte abgelten. Pauschalen, Pauschalen mit Sitzungsgeldern und andere Vergütungen», sagt der Stetter Gemeindeammann Kurt Diem. Daher sei es aus der Luft gegriffen, einfach «eine Zahl» zu nennen.

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Grafik: Elia Diehl

So haben sich die Löhne der Gemeindeammänner im Bezirk Baden seit 2006 verändert

Und der Oberrohrdorfer Gemeindeschreiber Thomas Busslinger ergänzt: «Grundsätzlich lässt sich zum Pensum festhalten, dass unsere Gemeinderäte voll berufstätig sind und ihr Amt ‹nebenbei› ausführen.» Wie sie das tun, sei jeweils den Gemeinderäten überlassen, es müsse einfach erledigt sein. «Dabei hängt der Arbeitsumfang und Aufwand auch davon ab, welche ressortbezogenen Projekte derzeit am Laufen sind», so Busslinger.

Tatsächlich sind die nackten Zahlen insofern mit Vorsicht zu geniessen, als die Entschädigung der Gemeindeammänner sehr individuell ausgestaltet ist. So hängt der Lohn unter anderem von der Grösse der Gemeindeverwaltung, den Kompetenzen und Aufgaben und nicht zuletzt von den zusätzlichen Entschädigungen ausserhalb des Pauschallohns ab.

In Baden kam die Lohndiskussion auf, nachdem bürgerliche Einwohnerräte einen Lohndeckel für den Stadtammann gefordert hatten: Er soll künftig nur noch 220 000 Franken pro Jahr verdienen. Der amtierende Stadtammann Geri Müller verdient derzeit 270 116 Franken pro Jahr – eine im Vergleich zu anderen Stadtpräsidenten hohe Entlöhnung.

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