Fussball
Nach Ausschreitungen in Baden: Polizei muss 1.-Liga-Spiele neu beurteilen

Am Samstag haben sich Fans des FC Neuenburg Xamax und die Polizei einen Kampf geliefert. Mit Ausschreitungen muss nun sogar in der 1. Liga gerechnet werden. Die Polizei muss nach den Vorfällen über die Bücher.

Bastian Heiniger
Merken
Drucken
Teilen
Lelo Toni (Nummer 19) jubelt mit seinen Teamkollegen und Trainer Sven Christ (hinten) über seinen Treffer zum 2:0.

Lelo Toni (Nummer 19) jubelt mit seinen Teamkollegen und Trainer Sven Christ (hinten) über seinen Treffer zum 2:0.

Otto Lüscher

Am Samstag ist es vor dem Stadion Esp beim 1.-Liga-Spiel zwischen dem FC Baden und Xamax Neuenburg zu Ausschreitungen gekommen: Die Gästefans aus Neuenburg wollten Anhänger des FC Badens angreifen. Ein Aufeinandertreffen der beiden Gruppierungen konnte die Kantonspolizei verhindern. Mit Verstärkung der regionalen Patrouillen stellten sich 25 Polizisten zwischen die verfeindeten Fangruppen, sagte Max Romann, stellvertretender Kommandant der Stadtpolizei Baden.

Rund 40 Xamax-Fans gingen daraufhin auf die Polizisten los. Diese sahen sich gezwungen, Gummischrot und Pfefferspray einzusetzen, wodurch sie die Lage unter Kontrolle bringen konnten. Beim Einsatz wurden zwei Polizisten verletzt. Beide konnten das Spital am Abend verlassen.

Die Stimmung unter den Gästefans war schon vor dem Spiel aufgeheizt. Laut Romann hätten diese bereits auf dem Weg vom Bahnhof zum Stadion gepöbelt. Allerdings sei da noch nichts gravierendes vorgefallen. Beim Stadion aber gelang es vermummten Xamax-Fans, einen Nebeneingang zu stürmen und so der Personenkontrolle zu entgehen, wie aus einem Communiqué der Kantonspolizei hervorgeht. Während des Spiels wurde «in grossem Stil» Pyrotechnik gezündet.

Am Bahnhof blieb es ruhig

Nach den Auseinandersetzungen gingen einige der Gästefans auf einen privaten Bus. Die anderen stiegen in den öffentlichen Bus, den die Polizei noch bis zum Bahnhof begleitete. Laut Romann gab es dabei keine Zwischenfälle mehr. Das bestätigen auch die Regionalen Verkehrsbetriebe Baden-Wettingen AG (RVBW). Mit einem Extrabus fuhren sie die Gäste zum Bahnhof West. Wie viele Fans sich darin aufhielten, konnte die RVBW nicht sagen. Allerdings sei es auf der Fahrt zwar laut zu und her gegangen, jedoch hätte es keine Schäden am Bus gegeben.

Dass es bei 1. Liga-Spielen zu Problemen mit Fans kommen könne, sei nicht neu, sagt Romann. Meistens seien es jeweils dieselben Fangruppen. «Doch ein solches Ausmass ist schon erstaunlich.» Zumal das Hinspiel in Neuenburg ruhig verlaufen sei. Die Stadtpolizei Baden wird nun alles aufarbeiten und für die nächsten Spiele mit der Kantonspolizei eine neue Lagebeurteilung machen.