Seit Wochen ziehen die grossen Bäume im Kurpark wie ein Magnet die Besucher in ihren Schatten. Egal ob fürs Picknick über Mittag oder das Bier nach Feierabend, die Schattenplätze sind heiss begehrt.

Dass sie auch gefährlich werden können, hat sich in der vergangenen Woche gezeigt: In der Nacht auf Donnerstag ist eine fast 130-jährige Hängebuche einfach umgefallen – dabei hat es kaum gewindet. Als der Baum umgefallen ist, hat er eine Lampe zerstört.

«Es ist pures Glück, dass niemand verletzt wurde», sagt Robert Gartner, Teamleiter des Grünanlagenunterhalts im städtischen Werkhof. Mit seinem Team kontrolliert und bewässert er regelmässig die Bäume in der Stadt.

Er zählt drei Gründe auf, weshalb es zu diesem «Extremfall» kommen konnte. «Der Baum war im Innern von einem Pilz befallen, den man von aussen unmöglich sehen konnte, und die andauernde Trockenheit hat der Hängebuche arg zugesetzt.»

Als man den Baum vor 130 Jahren pflanzte, hat man die ursprüngliche Rotbuche zu einer Hängebuche veredelt. Bei der Veredelung wurde auf den Jungstamm der ursprünglichen Buche die Hängebuche aufgepfropft. In diesem Fall war es ein Hängebuchenzweig. «Doch das war nun die Schwachstelle des Stammes», sagt Gartner. Der Baum sei genau an dieser Veredelungsstelle abgebrochen.

Die Hängebuche ist längst nicht der einzige Baum, der unter der Trockenheit zum Risiko für Parkbesucher wird. Bei weiteren Buchen im Park sind Äste abgebrochen. «Solche Abbrüche sind eine Gefahr für die Besucher, weil man sie unmöglich vorhersehen kann», sagt Gartner. Er und sein Team kontrollieren und pflegen die Bäume regelmässig. 

Dabei stutzen sie unter Beizug von Baumsachverständigen Äste, die zu lang und schwer sind, kontrollieren und sichern heikle Gabelungen und messen die Elastizität des Baumes sowie die Bodenstabilität.

«Trotzdem kann es bei der Trockenheit, wie wir sie derzeit erleben, zu Astabbrüchen kommen.» Damit das Picknicken unter den Bäumen wieder sicher wird, müsste es richtig lange regnen. «Nicht wie bei einem Gewitter», das seien alles nur Tropfen auf einen heissen Stein, sagt Gartner. «Es müsste mehrere Tage durchregnen.» Der Boden sei so tief ausgetrocknet, dass es nicht reiche, ihn mit Sprenkelanlagen zu bewässern.

Stadt erstellt Abschrankungen

Am Freitag teilte der städtische Werkhof mit, dass er Sofortmassnahmen ergreife. «Infolge der anhaltenden Trockenheit und Hitze besteht momentan ein erhöhtes Risiko für Spontanbrüche bei schweren, ausladenden Ästen.»

In den letzten zwei Wochen sei dabei eine ausserordentliche Häufung zu beobachten. Davon betroffen seien zu 95 Prozent Buchen. Um die Sicherheit für die Bevölkerung zu gewährleisten, werden nun Sofortmassnahmen getroffen.

«Bei allen grossen Buchen im Publikumsbereich werden um die Bäume Abschrankungen aufgestellt.» Dies betreffe den Kurpark sowie die Schulanlagen Tannegg und Burghalde. Spontanbrüche, wie sie vorgekommen sind, seien infolge der lang anhaltenden Trockenheit und Hitze leider nie ganz auszuschliessen.