Baden-Dättwil
Nach Brand in Reihenhaus – Ehepaar: «Es tut einfach nur weh»

Einen Tag nach dem Brand in Reihenhaus-Siedlung stehen die Bewohner immer noch unter Schock. Die Kantonspolizei Aargau geht von Fahrlässigkeit aus.

Martin Rupf
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Brand Baden-Dättwil Reihenhaus Siedlung
14 Bilder
In einem Haus eines Reiheneinfamilienhaus-Quartiers brach ein Brand aus.
Mehr als 10 Polizeipatrouillen waren im Einsatz.
Die Brandursache ist noch unklar und wird abgeklärt.
Vor Ort eingetroffen stellten die Rettungskräfte fest, dass Flammen aus einem Haus stiegen und starke Rauchentwicklung entstand.
Das Feuer richtete vor allem im Dachgeschoss massiven Schaden an. Brand Sommerhalde
Bilder der Zerstörung. Brand Sommerhalde
Bilder der Zerstörung. Brand Sommerhalde
Bilder der Zerstörung. Brand Sommerhalde
Bilder der Zerstörung. Brand Sommerhalde
Bilder der Zerstörung. Brand Sommerhalde
Bilder der Zerstörung. Brand Sommerhalde
Bilder der Zerstörung. Brand Sommerhalde
Bilder der Zerstörung.

Brand Baden-Dättwil Reihenhaus Siedlung

Die Ruhe an diesem Montagmorgen in der Reihenhaus-Siedlung an der Sommerhaldenstrasse in Dättwil trügt: Knapp 24 Stunden zuvor, spielten sich hier dramatische Szenen ab.

Kurz vor Sonntagmittag alarmierten Anwohner die Feuerwehr, weil in einem der Häuser der untersten Reihe Feuer ausgebrochen war. Rund vier Stunden kämpfte die Stützpunktfeuerwehr mit über 60 Einsatzkräften gegen die Flammen.

Am Tag danach zeigt sich das ganze Ausmass des Unglücks. Ziegelstein-Haufen, schwarze Wände, zerborstene Fensterscheiben. Fredy und Theres B. haben letzte Nacht auswärts geschlafen. Sie leben in einer der drei Wohnungen, die bis auf weiteres nicht mehr bewohnbar sind. Betritt man ihr Zuhause, weiss man auch weshalb. Beissender Rauch-Geruch, tropfende Decken und schwarzer Russ an den Wänden. «Es ist einfach nur schlimm», sagt die 71-Jährige. «Und das alles so kurz vor Weihnachten!»

Nachbarin wollte Wohnung im Sommer verkaufen

Der 73-jährige Fredy B. erinnert sich: «Ich habe oben im Dachgeschoss TV geschaut. Plötzlich habe ich den Rauch gerochen und bin runter ins Wohnzimmer zu meiner Frau. Da sah ich bereits die Flammen.» Danach sei alles sehr schnell gegangen. Er habe noch den Fernseher abgeschaltet und schon hätten sie beide das Haus verlassen müssen. «Draussen wurde mir dann plötzlich schlecht; ich hatte mir eine Rauchvergiftung zugezogen; musste sogar ins Spital. Zum Glück geht es mir aber schon wieder besser.»

Seit 1988 wohnt das Ehepaar in der Reihenhaussiedlung. «Es tut sehr weh, wenn man die Zerstörung sieht.» Auch eine Nachbarin ist noch sichtlich gezeichnet. «Wir wollten die Wohnung eigentlich nächsten Sommer verkaufen. Jetzt haben wir noch einiges an Arbeit vor uns. Immerhin wurde niemand verletzt – das ist das Wichtigste.»

Rauchgas entzündete sich

Für den zuständigen Feuerwehrkommandanten Florian Immer und seine Leute war es kein alltäglicher Brand. «Erstens, weil die betroffenen Wohnungen schwer zugänglich waren.» Zweitens, weil sich die Bekämpfung des Feuers vor allem im Dachstock als sehr schwierig herausgestellt habe. «Wir sind zwar sehr schnell angerückt. Doch schon bei unserer Ankunft stand fast die komplette Balkonfront in Vollbrand», so Immer.

Erschwerend sei hinzugekommen, dass sich das Rauchgas immer wieder entzündet habe – sogenannte Flashovers. «Einer der Nachbarn – selber ein Feuerwehrmann – konnte mit weiteren Anwohnern und vier Gartenschläuchen immerhin verhindern, dass die Flammen auch auf seinen Balkon übergriffen.»

100 Atemluftflaschen wurden benötigt

Obwohl man dem Feuer von innen relativ schnell Herr geworden war, dauerte es rund vier Stunden, bis alle Brandherde gelöscht waren. «Vor allem zwischen den Ziegeln und der Isolation entfachten immer wieder neue Feuer.» Um ein Übergreifen auf weitere Wohnungen zu verhindern, habe die Feuerwehr eine Schneise ins Dach geschlagen. «Meine Leute haben sehr gut und diszipliniert gearbeitet», lobt Immer seine Einsatzkräfte.

Rund 100 Atemluftflaschen seien benötigt worden. Drei Feuerwehrleute erlitten einen Kreislaufkollaps, seien aber wieder wohlauf. Auch die Evakuierung der betroffenen Anwohner ins nahegelegene Feuerwehrmagazin habe sehr gut funktioniert. «Überhaupt hat die Polizei einen super Job gemacht und uns vorbildlich unterstützt . Es kamen uns trotz zentraler Lage keine Gaffer beim Löschen in die Quere», so Immer.

Laut Kantonspolizei Aargau dürfte der Brand ausserhalb eines der betroffenen Reihenhäuser ausgebrochen sein. «Es gibt keinen Hinweis auf Brandstiftung. Viel eher gehen wir von einer Fahrlässigkeit aus», sagt Kapo-Sprecher Roland Pfister auf Anfrage. Der Sachschaden werde auf mehrere 100 000 Franken geschätzt. «Fachleute werden nun in den kommenden Tagen die genaue Schadenssumme zusammentragen», so Pfister.

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