Oberrohrdorf

Nach dem Nein zu höheren Steuern: «Jetzt steigen die Schulden stärker an»

Gemeindeammann Daniel Hug spricht über die Konsequenzen des gleich bleibenden Steuerfusses.

Gemeindeammann Daniel Hug spricht über die Konsequenzen des gleich bleibenden Steuerfusses.

Der Steuerfuss bleibt bei 83 Prozent, das haben die Stimmberechtigten entschieden. Ammann Daniel Hug äussert sich im Interview über die Folgen. Die Schulden würden stärker als geplant steigen: Bis 2017 sollen es mehr als 16 Millionen Franken sein.

Die Finanzkommission sowie die Ortsparteien CVP und FDP haben sich an der Gemeindeversammlung durchgesetzt: Aufgrund ihres Änderungsantrags wird der Steuerfuss nicht von 83 Prozent auf 88 Prozent erhöht. Damit steigen die Schulden stärker als geplant – im Jahr 2017 sollen es mehr als 16 Millionen Franken sein.

Herr Hug, die Steuerfusserhöhung ging nach langen Diskussionen bachab. Wie haben Sie geschlafen?

Daniel Hug: Die Nacht nach der Gmeind erstaunlich gut – die Nacht davor jedoch nicht.

Sie haben also geahnt, dass es schwierig wird, den Antrag durchzubringen. Wie geht es jetzt weiter?

Wir haben den Kampf verloren. Jetzt müssen wir die Lage neu beurteilen und dafür sorgen, dass wir bei den laufenden Kosten sehr sparsam mit unseren Mitteln umgehen. Die hohen Investitionen sind vorgegeben, diese kann der Gemeinderat wenig beeinflussen.

Zu den hohen, beschlossenen Investitionen gehört auch das Oberstufenzentrum Rohrdorferberg.

Ja, beschlossen sind der Bau des Oberstufenzentrums in Niederrohrdorf und die Sanierung der Kantonsstrasse. Über die dritte Turnhalle mit Parkdeck soll nächstes Jahr ein Beschluss fallen und die Renovation des Schulhauses Hinterbächli muss ebenfalls angegangen werden.

Das sind alles Projekte in Millionenhöhe.

2013 bis 2017 rechnen wir mit Investitionen von 22,6 Millionen Franken. Ohne die Turnhalle wären es 18,1 Millionen Franken, was immer noch enorm viel ist.

Mit wie viel Schulden muss die Gemeinde in den nächsten Jahren rechnen?

Gerechnet mit einem Steuerfuss von 88 Prozent und dem Bau der Turnhalle hätten wir im Jahr 2017 rund 16 Millionen Schulden. Mit einem bleibenden Steuerfuss steigen die Schulden stärker an.

Das zieht sicher Konsequenzen mit sich.

Wir werden uns bei allen Ausgaben im nächsten Jahr überlegen müssen, ob sie notwendig sind oder nicht. Wie gesagt, die beschlossenen Investitionen kann der Gemeinderat nicht beeinflussen. Aus dem Budget wurde nichts gestrichen.

Haben die Stimmberechtigten unvernünftig entschieden?

Es ist nicht meine Aufgabe, dies zu beurteilen. Wir müssen den Entscheid der Stimmbürgerinnen und Stimmbürger akzeptieren und auch danach handeln. Überweisungsanträge wurden so aufgenommen, wie es verlangt wurde.

Der Rohrdorferberg ist eine boomende Region. Wie sieht es mit den Steuereinnahmen aus?

Wir haben in Oberrohrdorf leider sinkende Einwohnerzahlen und daher auch sinkende Steuereinnahmen. Hinzu kommt, dass wir die drittälteste Gemeinde im Kanton sind, das heisst, 22 Prozent der Einwohner sind über 65 Jahre alt.

Eine Tragödie?

Es stimmt mich zwar bedenklich, doch eine Tragödie ist es nicht, es ist eine Herausforderung. Wir werden die Lage nächstes Jahr neu beurteilen und vielleicht einen weiteren Antrag für eine Steuerfusserhöhung stellen müssen.

Meistgesehen

Artboard 1