Mägenwil

Nach der Video-Affäre um Turnhallen-Webcam kommt es zur Trennung vom Schulhaus-Abwart

Im Eingangsbereich der Doppelturnhalle installierte ein Gemeindeangestellter eine Kamera.

Im Eingangsbereich der Doppelturnhalle installierte ein Gemeindeangestellter eine Kamera.

Ein Schulhauswart war freigestellt worden, nachdem er eine Überwachungskamera an der Turnhalle installiert hatte. Der Gemeinderat Mägenwil und der Schulhauswart lösen das Arbeitsverhältnis nun in gegenseitigem Einvernehmen auf.

Seit Montagnachmittag steht fest: Die Zusammenarbeit zwischen der Gemeinde Mägenwil und ihrem Angestellten, der letztes Jahr im Foyer der Turnhalle eine Videokamera aufgestellt hatte und deswegen vor­übergehend provisorisch freigestellt wurde, endet diesen Sommer. Der Gemeinderat schreibt in einem Communiqué: «Die Gemeinde Mägenwil trennt sich im gegenseitigen Einverständnis von ihrem Mitarbeiter, der in der Gemeinde als Hauswart tätig war. Das Arbeitsverhältnis endet per 31. Juli 2020 unter Einhaltung der dreimonatigen Kündigungsfrist. Über die Auflösung des Arbeitsverhältnisses wurde Stillschweigen vereinbart.»

Der Hauswart war gestern für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Zu Gunsten des Mannes hatte sich seit letztem Herbst das Komitee «Pro Schulhausabwart» eingesetzt, das 400 Unterschriften gesammelt hatte. Martin Zimmermann vom Komitee will sich nicht zur neusten Entwicklung äussern. Im Dorf heisst es aber, es sei versucht worden, dem Schulabwart «den Verleider» anzuhängen; er sei nicht mehr für Aufgaben um das Schulhaus eingesetzt worden, sondern vermehrt für sonstige Arbeiten in der Gemeinde. Gemeinderat Jack Roos verneint: «Der Gemeinderat hat sich stets um eine gute Lösung bemüht.» Dass nun beide Seiten nach vorne blicken und das Kapitel abschliessen könnten, sei positiv. Roos sagt, auf beiden Seiten seien Anwälte involviert gewesen.

Blick zurück: Der Mann war am 4. September provisorisch freigestellt worden. «Die Installation der Kamera, welche die Überwachung des Eingangsbereichs und der Fenster der Doppelturnhalle ermöglichte, hatte den Gemeinderat bewogen, den betroffenen Mitarbeiter von seiner Arbeitspflicht freizustellen und ein Disziplinarverfahren einzuleiten», begründete die Gemeinde diesen Schritt später. Die Kantonspolizei wurde eingeschaltet, die Kamera entfernt. Die Eltern der Mägenwiler Schülerinnen und Schüler wurden in einem Schreiben über den Vorfall informiert.

Strafrechtlich nichts zu Schulden kommen lassen

Die Staatsanwaltschaft kam aber zum Schluss, dass sich der Mitarbeiter strafrechtlich nichts zu Schulden kommen liess. Danach sah es so aus, als würden sich die Wogen wieder glätten: Das Disziplinarverfahren wurde mit einer disziplinarischen Massnahme beendet. In einer gemeinsamen Mitteilung teilten der Mann und die Gemeinde mit, es habe eine gemeinsame, tragbare Lösung gefunden werden können. Es sei eine Weiterbeschäftigung mit teilweise neu festgelegtem Tätigkeitsbereich definiert worden. Doch die Diskussionen gingen weiter: Das Bürgerkomitee verlangte einen runden Tisch, der aber ergebnislos blieb: «Es hat sich gezeigt, dass weitere Gespräche notwendig sind», hiess es im Februar.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1