Kantonsspital Baden
Nach Eltern-Abzockerei im Spital Baden: Fotogeschäft droht Auftrag zu verlieren

Das Thema sorgte für viel Diskussionsstoff: Im Kantonsspital Baden können Eltern ihre Babys ablichten lassen und erhalten danach ein Paket – und eine happige Rechnung. Nun setzt das Spital der Fotoagentur eine Frist bis Mitte März.

Manuel Bühlmann
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Die Babygalerie des Kantonsspitals Baden wird in dessen Namen von der Baby Smile Fotografie AG betreut.

Die Babygalerie des Kantonsspitals Baden wird in dessen Namen von der Baby Smile Fotografie AG betreut.

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Das Kantonsspital Baden (KSB) hat sich mit der Baby Smile Fotografie AG zur Aussprache getroffen. Grund für die Gespräche: Die Verantwortlichen des KSB waren unzufrieden mit dem geleisteten Service der Firma. (Artikel vom 20. Januar). Das Unternehmen bietet den Eltern an, im Spital Aufnahmen ihrer Neugeborenen zu machen und anschliessend ein Paket mit diversen Artikeln wie Poster, Kalender und Fotobuch für 299 beziehungsweise 349 Franken zum Kauf nach Hause zu schicken. Das Spital hat Baby Smile nun eine Frist bis Mitte März gesetzt, um Änderungen vorzunehmen. «Sie erhalten eine Chance, sich zu verbessern», sagt Sabine Sahli, Leiterin Pflege Frauen- und Kinderklinik des KSB. Dann wird der Vertrag, der kommenden Monat ausläuft, entweder verlängert oder gekündigt.

Für Kritik vonseiten des Spitals sorgte insbesondere die Babygalerie, die von Baby Smile nicht auf dem aktuellsten Stand gehalten wurde, sowie die Preiserhöhung des versandten Pakets von 195 auf 299 oder 349 Franken, über welche das KSB nicht informiert wurde. Letzteres führt Sahli nicht auf böse Absicht, sondern auf eine «Kommunikationspanne» zurück. Neuerdings wird der Preis explizit in der schriftlichen Einverständniserklärung aufgeführt. Dieses Dokument unterschreiben diejenigen Eltern, welche den Service von Baby Smile in Anspruch nehmen möchten. Darunter fällt auch das kostenlose Foto für die Online-Galerie.

«Seit dem Gespräch haben wir weniger Beschwerden von Eltern erhalten», sagt Sahli. Die Aufnahmen der Neugeborenen würden nun etwas schneller auf die KSB-Website geladen. «Wir werden aber weiter beobachten, ob der Vertrag künftig eingehalten wird.» Sollte sich die Situation nicht längerfristig bessern, liessen sich Alternativen finden, sagt Sahli. «Inzwischen gibt es auch andere Anbieter, was es vor eineinhalb Jahren noch nicht gab, als wir uns für Baby Smile entschieden.»

Keine Option ist gemäss Sabine Sahli, zum alten Modell zurückzukehren, als die Hebammen die Babys noch selber fotografierten. Dies aus zwei Gründen: Einerseits hätten die Mitarbeiterinnen sonst schon viel zu tun. «Das Fotografieren können wir ihnen nicht auch noch zumuten.»

Andererseits seien die damaligen Aufnahmen unprofessionell gewesen. «Die Eltern wollen schönere Bilder.» Am System, wonach eine Fotofirma die Aufnahmen macht und diese im Anschluss den Eltern anbietet, wird deshalb festgehalten: Wichtig sei dabei aber, dass gut über das Angebot informiert werde. «Die Eltern können dann selber entscheiden, ob sie das Paket kaufen wollen», sagt sie. Rund 70 Prozent würden die Produkte von Baby Smile letztlich kaufen.