Roman Hufschmids Fischzucht an der Reuss bei Birmenstorf fand vor drei Jahren ein tragisches Ende. Bei der Reinigung der Autobahnbrücke von Birmenstorf nach Mülligen sind im August 2015 rund 15'000 Forellen, Saiblinge und Karpfen vergiftet worden.

Die Fischzucht, die direkt unter der Brücke lag, wurde von den Behörden geschlossen. Sämtliche Tiere mussten auf Anweisung des Lebensmittelinspektorats mit Elektroschock getötet werden. Wer Hufschmids finanziellen Schaden ersetzt, sollte eigentlich gerichtlich geklärt werden.

Die Staatsanwaltschaft Baden eröffnete ein Verfahren wegen Sachbeschädigung, Widerhandlung gegen das Umweltschutzgesetz sowie Widerhandlung gegen das Tierschutzgesetz. Mitte März ist das Verfahren nun aber eingestellt worden, wie der «Reussbote» berichtet.

Als Bauarbeiter vor knapp drei Jahren auf der Brücke Zementputz abschliffen, floss das Abwasser über eine undichte Stelle in die Fischweiher, die Fische frassen die Verputzreste. Zuständig für die Sanierung der Brücke war das Bundesamt für Strassen (Astra). Astra-Sprecher Andreas Rüegger sagte im Sommer 2015: «Wir wissen, dass es leider einen Schaden gegeben hat, dass Fische in einem Teich unterhalb der Brücke vergiftet wurden.»

7000 Fische in Birmenstorf vergiftet (25.8.2015)

7000 Fische in Birmenstorf vergiftet (25. August 2015)

Für den Fischzüchter Roman Hufschid ist es ein riesen Schock. Wegen Bauarbeiten auf der Autobahnbrücke gerieten giftige Partikel ins Wasser. Dies bedeutete das Ende für seine Tiere. Rund 7000 Forellen musste der Besitzer töten und vernichten.

Es würden intensive Abklärungen zur Frage laufen, was im Detail passiert ist. Die Frage ist bis heute ungeklärt. Eines ist aber klar: Roman Hufschmid darf bis heute keine Fische in den Becken halten. Der Baustoff-Händler aus Birmenstorf rechnet mit einem Schaden gegen eine halbe Million Franken, wie er zum «Reussboten» sagt.

Die Begründung der Staatsanwaltschaft für die Verfahrenseinstellung: «Das Verfahren wird eingestellt, weil den Beschuldigten kein vorsätzliches Handeln vorgeworfen werden kann und weil nicht ermittelt werden konnte, wodurch es zur lecken Stelle (an der Brücke) und damit zum Abfluss des Abwassers gekommen war.» Die Angeklagten der beteiligten Bauunternehmen erhalten eine Parteientschädigung von insgesamt 35 000 Franken. Hufschmid bleibt vorerst auf seinen Kosten sitzen. (af)