Baden Pfirter

Nach Freistellung im Pflegezentrum: Marc Pfirter lässt die Kritik nicht gelten

Marc Pfirter, Direktor des Regionalen Pflegezentrums Baden, wehrt sich gegen die Kritik von Daniele Oehrli.

Marc Pfirter, Direktor des Regionalen Pflegezentrums Baden, wehrt sich gegen die Kritik von Daniele Oehrli.

Der freigestellte RPB-Direktor erachtet seine Aufgaben im Pflegezentrum als erfüllt. Er betont, dass die Unterbelegung im Pflegezentrum «Sonnenblick» kein Misserfolg sei. Vielmehr führten personelle Gründe zur Trennung.

Am Montag hat der Stadtrat den Direktor des Regionalen Pflegezentrums Baden (RPB) Marc Pfirter freigestellt. Nachdem er gestern keine Stellung zu seinem abrupten Abgang nehmen wollte, meldet er sich nun zu Wort: Pfirter bejaht, dass die Auflösung des Arbeitsverhältnisses im gegenseitigen Einvernehmen erfolgt sei, bestreitet aber, dass ihm die Expansion des RPBs zum Verhängnis geworden sei.

Er habe die strategischen Ziele der Kommission - also die heute stehende Organisation mit ihren Betrieben auf- und auszubauen und dabei auch mehr Betten für zusätzliche Bewohnerinnen- und Bewohner zu schaffen - umgesetzt. Konkret: «Meine Aufbauarbeit, die zusätzlichen Abteilungen des RPBs im ‹Sonnenblick› sowie die Übernahme der vier Fricktaler Wohngruppen, ist geleistet», sagt Pfirter. Er sei zur Überzeugung gelangt, dass es für die neue Phase im PRB eine andere Kompetenz brauche.

Die Konsolidierung und die Verwaltung interessiere ihn nicht im selben Masse, wie der Aufbau und die Erweiterung sowie die damit verbundenen Aufgaben. Dass es ihm schwergefallen sei, die Betriebe zusammenzuführen - wie Daniela Oehrli, Stadträtin und Präsidentin der städtischen Kommission RPB gestern geäussert hat - sei deshalb nicht ganz richtig. «Die Betriebe gehören zusammen. Das RPB ist heute eine wirtschaftlich starke Gruppe, darum habe ich Mühe mit dieser Kritik», erklärt er.

«Unterbelegung kein Misserfolg»

Die Unterbelegung im RPB von rund 28 Betten sei kein Misserfolg und auch nicht alarmierend, betont Pfirter. «Der Betrieb läuft erwartungsgemäss. Wir haben die Belegung so konzipiert, dass wir mit den leeren Betten die Möglichkeit zum Manövrieren haben.» Damit die Zusammenführung der Bewohner in gleichartige Pflegegruppen möglich sei, brauche es unter anderem auch leere Betten.

Eine Abteilung könne und müsse aus betrieblichen Gründen dann vorübergehend geschlossen werden, «wenn damit die Ressourcen, insbesondere die personellen Kräfte auf vollen Bettenstationen konzentriert werden können».

Pfirter gibt vielmehr persönliche Gründe an, weshalb es zur Trennung gekommen ist: «Mein Betriebsalltag stand häufig im Zeichen von Lebensreduktion, von Verlust, vom Sterben und vom Tod. Das hat mich in jüngster Zeit müde gemacht.» Er werde in den nächsten Tagen Vater seines sechsten Kindes. «Ich strebe auch deshalb nach Aufbruch, Neuanfang und Leben.»

Wie Pfirter erklärt, hat er eine neue Stelle in Aussicht, mehr wolle er derzeit nicht verraten. «Ich werde nicht operativ in mein Personalvermittlungsunternehmen einsteigen», betont er. Ob sein Unternehmen wieder für das RPB Personal vermitteln wird, bezweifelt Oehrli. «Sein Büro hatte damals das beste Angebot und erhielt den Auftrag von der Kommission, das Personal für den ‹Sonnenblick› zu rekrutieren. Dieses Mandat ist aber abgelaufen.»

Stadtrat stellte RPB-Direktor an

Jetzt ist Daniela Oehrli gefordert, einen geeigneten Nachfolger für Pfirter zu suchen. Damit hat sie Erfahrung - Oehrli war 2006 in das Anstellungsverfahren von Pfirter involviert. Dass er 2003 als Staatsschreiber aufgrund des Kantonsjubiläums 200 Jahre Aargau ins Kreuzfeuer der Kritik geriet, war bei der Anstellung kein Thema. «Pfirter war bei der Pro Senectute angestellt, als er sich bei uns bewarb. Die Kommission und der Stadtrat konnten ihm nichts anlasten, wir hatten keine Kenntnisse von seiner Vergangenheit», sagt Oehrli.

Pfirter habe wie alle anderen Bewerber das übliche Bewerbungsverfahren durchlaufen. Die Kommission hatte das Personalvermittlungsbüro Adecco mit der Vorauswahl beauftragt. «Ich war in die Bewerbungsgespräche involviert. Die Kommission schlug dem Stadtrat dann Pfirter vor.»

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