Baden/Stoos
Nach fünf Jahren Bauzeit: ABB-Motoren treiben die steilste Seilbahn der Welt an

Die 1700 Meter lange neue Standseilbahn auf den Stoos ist dieses Wochenende in Betrieb genommen worden. Die ABB hat für sie den Antrieb gebaut.

Roman Huber
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Standseilbahn am Stoss
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Stoos: Die steilste Standseilbahn der Welt
Stoos: Die steilste Standseilbahn der Welt
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Stoos: Die steilste Standseilbahn der Welt
Stoos: Die steilste Standseilbahn der Welt
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Stoos: Die steilste Standseilbahn der Welt
Stoos: Die steilste Standseilbahn der Welt
Stoos: Die steilste Standseilbahn der Welt
Stoos: Die steilste Standseilbahn der Welt
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Stoos: Die steilste Standseilbahn der Welt
Stoos: Die steilste Standseilbahn der Welt

Standseilbahn am Stoss

URS FLUEELER

Die ABB bleibt in der Schweizer Bergbahn-Technologie die Nummer eins. Sie hat für die steilste Standseilbahn der Welt, die über eine Strecke von 1700 Metern von der Talstation Schlattli im Kanton Schwyz ins Skigebiet Stoos führt, die Elektromotoren konstruiert und gebaut.

Die neue Standseilbahn wurde am Samstag in Betrieb genommen und ersetzt die alte Bahn zwischen Schwyz und Stoos aus dem Jahr 1933. Die Wagen haben ein futuristisches Design und können 136 Personen transportieren. Ihre Konstruktion mit den trommelartigen Fahrgastkabinen ermöglicht es, die wechselnde Steigung auszugleichen. So bleiben die Kabinen während der Fahrt bei unterschiedlicher Steilheit immer in der Horizontalen. Dabei wird eine Neigung bis zu 110 Prozent überwunden, was einem Winkel von knapp 48 Grad entspricht.

Die Bahn fährt dabei mit einer Geschwindigkeit von 10 Metern in der Sekunde und kann bis zu 1500 Fahrgäste pro Stunde in beide Richtungen befördern. Eine Fahrt dauert zwischen drei und fünf Minuten. Den Antrieb liefern zwei 1,2-Megawatt-Niederspannungsmotoren. «Im Vergleich zur alten Bahn bedeutet dies eine Verdopplung der Geschwindigkeit und der Beförderungskapazität», sagt Ueli Spinner, Leiter Vertrieb Grosskunden und Service bei ABB.

«Fünf Jahre Bauzeit»

«Die neue Bahn benötigt zum Anfahren aussergewöhnlich viel Energie, weil die Strecke sowohl bei der Talstation als auch bei der Bergstation zunächst ansteigt», erklärt Spinner. Die extreme Steigung auf der Strecke, die durch drei Tunnels und über zwei Brücken führt, stellte das Projekt mit einer Bauzeit von fünf Jahren vor grosse Herausforderungen. Zusätzlich zur touristischen Bedeutung stellt die Bahn die Grundversorgung für die Infrastruktur des Stoos und das autofreie Dorf mit seinen 150 Einwohnern sicher.

ABB verfügt über mehr als 100 Jahre Erfahrung im Bau von Bergbahnen. Skilifte, Sessellifte, Kabinenbahnen sowie Seil-, Standseilbahnen und Züge sind mit Technologie der ABB ausgestattet.

Bereits vor 125 Jahren lieferte die BBC als Vorgängerfirma die Technologie für die Rhätische Bahn, damals die erste elektrische Bergbahn in der Schweiz. BBC und später ABB lieferte die elektrischen Komponenten für die Antriebseinheiten und einen Grossteil der Bahnstromversorgung. Der Berninapass, den die Rhätische Bahn mit dem Bernina-Express heute mit moderner ABB-Antriebstechnologie überquert, wurde von der Unesco zum Weltkulturerbe ernannt.

Bei der 1912 in Betrieb genommenen Jungfraubahn war die BBC für die Elektrifizierung zuständig und machte diese Reise somit erst möglich. Heute wird die Zahnradbahn von ABB-Technologien bis zum höchstgelegenen Bahnhof Europas angetrieben.

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