Spreitenbach
Nach grossem Diebstahl: Kosovare wollte seine Versicherung täuschen

Das Bundesgericht bestätigt ein Urteil des Aargauer Obergerichts gegen einen Spreitenbacher. Der Kosovare gab an, dass ihm Spirituosen im Wert von über 200'000 Franken gestohlen wurden. In Wahrheit handelte es sich aber um einen Viertel des Betrages.

Urs-Peter Inderbitzin
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Nicht über 200'000, sondern lediglich für 50'000 Franken wurden Spirituosen entwendet. (Symbolbild)

Nicht über 200'000, sondern lediglich für 50'000 Franken wurden Spirituosen entwendet. (Symbolbild)

Keystone

Nach einem Einbruch in seinen Keller hat ein Kosovare angegeben, ihm seien Weine und Spirituosen im Wert von 202'000 Franken gestohlen worden. In Tat und Wahrheit hatte er jedoch nur Getränke im Wert vom 53'000 Franken im Keller, weshalb auch das Bundesgericht auf Betrug erkannt hat.

Mitte Mai 2012 wurde im Keller eines Mehrfamilienhauses in Spreitenbach eingebrochen. Ein Kosovare gab in der Folge bei seiner Versicherung an, ihm seien Weine, Spirituosen und Schaumweine im Gesamtwert von 202'000 Franken gestohlen worden.

Bei näherem Hinsehen stellte sich heraus, dass dem Mann Getränke im Wert von lediglich 53'000 Franken gestohlen worden waren. Das Bezirksgericht Baden verurteilte ihn wegen versuchten Betruges zu einer bedingten Geldstrafe von 10'000 Franken – sowie zu einer Busse von 2000 Franken unter Anrechnung der Untersuchungshaft von zwei Tagen.

Zuerst das Aargauer Obergericht und nun auch das Bundesgericht haben dieses Urteil geschützt. Der Kosovare hatte in Lausanne argumentiert, er habe nicht arglistig gehandelt. Seine Täuschung sei äusserst unbeholfen und zu offensichtlich gewesen.

Angesichts der Schadenssumme von über 200'000 Franken handle es sich nicht um eine Bagatelle. Wenn ein Inhaber eines Einmannbetriebes, der aus dem Kosovo stamme und im Nebenamt als Hilfsarbeiter tätig sei, einer renommierten Versicherungsgesellschaft einen dicken Papierstapel vorlege und gestützt darauf einen Schaden von über 200'000 Franken geltend mache, sei davon auszugehen, dass die Versicherung die Schadensanzeige sorgfältig prüfe.

Nicht leicht zu durchschauen

Das Bundesgericht kam zum Schluss, dass der Täuschungsversuch nicht leicht zu durchschauen war und die Überprüfung der Angaben des Kosovaren einen erheblichen Aufwand verursachte.

Um festzustellen, dass die Inventarliste nicht zwei Tage vor dem Einbruch, sondern sechs Wochen später, abgeändert wurde, musste die IT-Forensik der Kantonspolizei Aargau beigezogen werden. Damit war die Arglist des Mannes gegeben und dessen Verurteilung wegen versuchten Betruges nicht zu beanstanden.

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