Coronavirus
Nach «intensiver» Diskussion: Unter 16-Jährige dürfen in Obersiggenthal wieder trainieren

Der Gemeinderat Obersiggenthal ging weiter als Bund und Kantone und schloss die Hallen komplett. Warum er die Lage neu beurteilt hat.

Larissa Gassmann
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Auch Mädchen der Kunstturnerinnen-Riege, hier bei der (coronakonformen) Sportlerehrung 2020, können wieder trainieren.

Auch Mädchen der Kunstturnerinnen-Riege, hier bei der (coronakonformen) Sportlerehrung 2020, können wieder trainieren.

zvg/Azhan Azhan

Seit Ende Dezember standen junge Sportlerinnen und Sportler in Obersiggenthal vor verschlossenen Türen: Sport- und Freizeitanlagen waren aufgrund der epidemiologischen Lage nicht mehr zugänglich. Nun aber hat sich das Blatt gewendet. Seit Montag dürfen unter 16-Jährige wieder wie gehabt trainieren. Grund für den Umschwung ist die nachträgliche Anpassung an die Massnahmen auf Bundes- und Kantonsebene. «Der Gemeinderat hat die Situation neu beurteilt und entschieden, dass er nicht mehr länger weiter gehen möchte als der Bund und die Kantone», sagt Gemeindeschreiber Thomas Zumsteg.

Bedürfnisse der Kinder stärker gewichtet als zuvor

Laut Bund und Kanton müssen Sport- und Freizeit-Einrichtungen derzeit zwar geschlossen bleiben. Ausgenommen davon sind allerdings Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren. Sie dürfen weiterhin ihren Sportaktivitäten nachgehen. Gleiches gilt für den Leistungs- und Profisport.

Die Öffnung wird als vertretbar erachtet

In Obersiggenthal kam es nichtsdestotrotz zu einer kompletten Schliessung. Die Mitte Januar verkündete Verlängerung der schweizweit geltenden Massnahmen bis Ende Februar führte beim Gemeinderat nun aber zu einer Neubeurteilung der Situation. «Angesichts der Verlängerung der Massnahmen hat der Gemeinderat die Bedürfnisse der Kinder stärker gewichtet als zuvor», sagt Thomas Zumsteg.

Trotz der weiterhin angespannten Lage wird die Öffnung als vertretbar erachtet. «Das Ganze wurde intensiv diskutiert», sagt Zumsteg. Es sei nicht im Vorhinein klar gewesen, dass eine Öffnung angestrebt wird. «Letztendlich wollte der Gemeinderat aber nicht strenger sein als die Experten.»

Rückmeldungen aus der Politik

Bei den ortsansässigen Vereinen stiess die Schliessung der Turn- und Sportanlagen längst nicht überall auf Verständnis. Es gab diverse Rückmeldungen, auch von Seiten der SP-Einwohnerratsfraktion. Von den Eltern habe es derweil keine Reaktionen gegeben. Trotz der Kritik hielt der Gemeinderat auch lange nach der Sitzung vom 4. Januar an seinem Entscheid fest. «Wir haben die Situation damals einfach anders eingeschätzt», sagt Zumsteg. Nebst den weiterhin hohen Fallzahlen und der neu gemeldeten Virusmutation waren auch die Einsatzpläne des Reinigungspersonals über die Festtage und die Schulferien dafür verantwortlich.

«Mehraufwände und Sondereinsätze wegen Corona»

Die Planung war damals schon weit vorangeschritten, für den beschränkten Zeitraum bis zum angekündigten Entscheid des Bundesrates für Mitte Januar habe man auf eine Änderung verzichtet. «Dies unter dem Aspekt, dass sich das Personal hätte neu umorientieren müssen und es schon im letzten Jahr wegen Corona viele Mehraufwände und Sondereinsätze leisten musste», so Zumsteg.