Wettingen
Nach jahrelanger Planung: So wird die Landstrasse aufgewertet

In Wettingen tut sich etwas an der Landstrasse. Nach Jahren der Planung wird nun der Masterplan angepackt und umgesetzt.

Carla Stampfli
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So soll sich die Landstrasse im Zentrumsbereich künftig präsentieren: mit einem Mehrzweckstreifen, neuen Sitzgelegenheiten und Veloabstellplätzen. Visualisierung/zvg

So soll sich die Landstrasse im Zentrumsbereich künftig präsentieren: mit einem Mehrzweckstreifen, neuen Sitzgelegenheiten und Veloabstellplätzen. Visualisierung/zvg

Der Zustand der Landstrasse in Wettingen ist schlecht. Die Werkleitungen sind nicht mehr auf dem neusten Stand, auch der Strassenbelag weist Schäden auf. Kurzum: Die wichtigste Verkehrsachse durch die Gemeinde muss saniert werden.

Die Landstrasse soll aber nicht nur erneuert, sondern auch aufgewertet werden. «Dem Radverkehr und den Fussgängern muss in Zukunft mehr Rechnung getragen werden. Der Motorisierte Individualverkehr soll das Strassenbild nicht mehr so stark dominieren», erklärt der kantonale Projektleiter, Armin Rauchenstein. Aus diesem Grund hat der Kanton gemeinsam mit der Gemeinde ein Betriebs- und Gestaltungskonzept (BGK) geschaffen. «Damit werden die Rahmenbedingungen für alle Verkehrsteilnehmer optimiert und das Miteinander verbessert», sagt Rauchenstein.

Masterplan dient als Basis

Das Konzept basiert auf dem «Masterplan Landstrasse» – ausgearbeitet von Gemeinderat und Bevölkerung im Zeitraum zwischen 2011 und 2014. «Der Masterplan ist nichts anderes als ein skizziertes Bild, das zeigt, wie sich die Landstrasse in Zukunft entwickeln soll», erklärt Urs Heimgartner, Leiter Bau und Planung.

Folgende Massnahmen sieht das Konzept für die Landstrasse, auf der täglich bis zu 14 000 Fahrzeuge verkehren, vor: Zuerst nehmen die Bauarbeiter den Bereich zwischen Schönaustrasse und Kreisel Staffelstrasse in Angriff. Unter anderem werden sie auf beiden Seiten der Fahrbahn Radstreifen anbringen und behindertengerechte Haltestellen für den Busverkehr realisieren. Auch erhalten Fussgänger optimierte Übergänge und durchgehende Trottoirs. In einer zweiten Etappe soll die Landstrasse ab Kreisel Staffelstrasse bis zum Kreisel Alberich Zwyssigstrasse verbessert werden. Hier sieht das Konzept einen zwei Meter breiten Mehrzweckstreifen in der Strassenmitte vor. Auch wird die Haltestelle Staffelstrasse Richtung Würenlos ergänzt. «Die geplanten Massnahmen sollen sowohl den Strassenbereich aufwerten, als auch die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer erhöhen», sagt Rauchenstein.

Dies ist ganz im Sinne des Masterplans, der verschiedenen Nutzungsansprüchen gerecht wird. Etwa dem Kanton, der Strassenprojekte in Auftrag gibt, den Gewerbetreibenden, die einen attraktiven Standort erwarten und der Bevölkerung, die sich auf der Landstrasse aufhalten will. «Genau wie die erste Sanierungsetappe der unteren Landstrasse wird auch bei künftigen Projekten der Masterplan zugrunde liegen», sagt Urs Heimgartner. Dies garantiere, dass die Landstrasse revitalisiert und attraktiv gestaltet wird.

Bund beteiligt sich finanziell

Der Kanton plant, 2019 mit den Bauarbeiten der ersten Etappe zu starten. Bereits ersetzt werden die Robinien im Zentrum, die aufgrund ihres Alters ein Sicherheitsrisiko darstellen (siehe Kontext links). Der Zentrumsbereich soll in einer zweiten Phase ab zirka 2024 umgestaltet werden. Bis 2026 soll schliesslich die gesamte, rund zwei Kilometer lange Verkehrsachse, aufgewertet sein. Die Kostenschätzung für die beiden Abschnitte «Untere Landstrasse» sowie «Zentrum» betragen rund neun Millionen Franken. Der Bund hat in Aussicht gestellt, sich im Rahmen des Agglomerationsprogramms Aargau Ost zu beteiligen.

Bäume im Zentrum werden altershalber ersetzt

Die Robinien im Zentrum der Landstrasse sind krank und stellen ein Sicherheitsrisiko dar. Aus diesem Grund müssen die vor rund 40 Jahren gepflanzten Bäume gefällt und ersetzt werden. Neu werden sechs japanische Schnurbäume das Zentrum zieren, die den Robinien ähneln. «Dadurch, dass das Betriebs- und Gestaltungskonzept nun vorliegt, können wir die Bäume im Einklang mit dem Masterplan ersetzen», sagt Urs Heimgartner, Leiter Bau und Planung. Gleichzeitig werden neue Sitzgelegenheiten und Veloabstellplätze geschaffen. Die Robinien werden am Montag gefällt, wobei die Strasse für kurze Zeit einseitig gesperrt werden muss. Ein Verkehrsdienst stellt sicher, dass der Verkehr möglichst wenig beeinträchtigt wird. Die Baumersatzarbeiten sollen rund sechs bis sieben Wochen dauern. Während dieser Zeit sind einzelne Parkplätze nicht verfügbar.

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