Niederrohrdorf
Nach Konkurs folgen Fragezeichen: Was passiert mit dem Restaurant Central?

Das Restaurant Central, welches seit über 100 Jahren seine Wurzeln im Dorf hat, schliesst seine Türen bis auf Weiteres. Die Gemeinde weiss nicht, wie es weitergeht. Sie muss auf mögliche Baugesuche der Eigentümerfirma Elicere AG aus Zug warten.

Julia Stückelberger
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Das Restaurant Central mit geschlossenen Türen

Das Restaurant Central mit geschlossenen Türen

Das traditionelle Restaurant Central schliesst seine Türen auf unbestimmte Zeit. Der Konkurs wurde auf 19. Mai angemeldet. Am 1. Mai verkündeten die im Handelsregister eingetragenen Pächter Felix Mehmann und Gerda Schöttli auf ihrer Facebook-Seite die Schliessung – zwei Jahre nachdem sie das Restaurant übernommen hatten. Die Reaktionen blieben nicht aus: «Schlechter Witz oder 1. Aprilscherz? Wohin soll ich denn jetzt gut essen gehen?», schreibt ein Facebook-User.

Das Ganze ist aber kein Aprilscherz. «Das Restaurant hatte immer weniger Besucher», sagt Gemeindeammann Gregor Naef. Am Essen habe es aber nicht gelegen. «Die Pächter fanden den Draht zur Bevölkerung nicht richtig.» Das Gesamtpaket habe nicht gestimmt: «Der Vorgänger war näher beim Kunden.»

Die Reaktionen sind verständlich. Denn das Restaurant Central hat eine lange Tradition im Dorf. Gegründet wurde es 1878 und ist somit der einzige Gasthof in Niederrohrdorf, der über 100 Jahre alt ist. Ab 1937 war das Restaurant in den Händen der Familie Staubli. Während rund 70 Jahren wurde das «Central» in der Familie weitergegeben. «Kurz nach seiner Pensionierung 2007 verstarb Hans Rudolf Staubli, der letzte Wirt aus dieser Familie», sagt Naef. «Danach verkaufte seine Frau Maria Staubli das Restaurant an die Immobilienfirma Immocentro AG.» Gleichzeitig übernahm das Ehepaar Brun das «Central» als Pächter. 2012 wechselte der Pächter ein weiteres Mal. Zuletzt wirtete Felix Mehmann bis zur Konkursanmeldung in dem Restaurant.

Gemeinde muss abwarten

Im Moment ist die Zukunft des Restaurants Central unsicher. «Am 23. Januar 2013 reichte die Firma Immocentro AG ein Baugesuch für ein Mehrfamilienhaus hinter dem Restaurant ein», sagt Bauverwalter Sandro Fischer. Dieses wurde trotz mehrerer Überarbeitungen am 7. April 2014 abgelehnt. Knackpunkt ist die Ausfahrt, die direkt auf die Kantonsstrasse führt und, bei der die gesetzlichen Sichtzonen nicht eingehalten werden können.

Nach der Ablehnung des Baugesuches verkaufte die Immocentro AG das Grundstück an die Firma Elicere AG. «Umbaumöglichkeiten sind schwierig, da das Gebäude teilweise unter kommunalem Schutz steht», sagt Fischer. «Ausserdem müssen Zwangsbaulinien eingehalten werden.» Der Gemeinde sind die Hände gebunden: «Wir wissen nicht, wie es weitergeht. Wir müssen auf mögliche Baugesuche der Firma Elicere AG warten», sagt Naef. Diese war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

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