Mellingen
Nach Kritik an hohen Kosten: Schulerweiterung soll 21 statt 24 Millionen Franken kosten

Nachdem die hohen Kosten für eine Ablehnung der Erweiterung der Schulanlage «Kleine Kreuzzelg» sorgten, legt der Mellinger Gemeinderat legt nun ein günstigeres Projekt vor.

Carla Stampfli
Drucken
Teilen
Das neue Primarschulhaus bietet Platz für 18 Abteilungen.

Das neue Primarschulhaus bietet Platz für 18 Abteilungen.

zvg/Visualisierung

Am 13. Juni entscheiden die Stimmberechtigten von Mellingen zum zweiten Mal über die Erweiterung der Schulanlage «Kleine Kreuzzelg». Der Grund: An der Gmeind im November 2017 wiesen sie drei Planungskredite über insgesamt 1,5 Millionen Franken zurück.

Für die Stimmberechtigten waren insbesondere die Kosten für den Schulhausneubau mit 18 Abteilungen in Höhe von 18,4 Mio. Franken zu hoch. Zusammen mit der Erneuerung und Anpassung der beiden bestehenden Schulgebäude sowie dem Ersatz der Ölheizung wäre die gesamte Schulerweiterung auf Kosten von 24 Mio. Franken gekommen.

Nun hat der Gemeinderat an einer Informationsveranstaltung am Montagabend ein günstigeres Projekt vorgestellt: 21 statt 24 Mio. Franken sollen die Gesamtkosten für die Erweiterung betragen. «In den letzten Monaten waren wir sehr bemüht, das Raumprogramm und die Kosten nochmals zu überprüfen», sagte Vizeammann und Ressortvorsteher Schulanlagen, René Furter (SVP). Dank der Überarbeitung habe man drei Millionen Franken einsparen können.

Zwei Aulas werden umgenutzt

Die Schulanlage wird wie folgt erweitert: Die bestehenden Gebäude, das Primar- und das Oberstufenschulhaus, werden so umgebaut, dass sie nur noch der Oberstufe zur Verfügung stehen. Die Primarschüler haben künftig im Neubau Unterricht. Dieser wird über drei Etagen sowie ein separat erschlossenes Untergeschoss mit Foyer und Aula verfügen.

Letztere kann auch für öffentliche Anlässe und von Vereinen genutzt werden. Die beiden Aulas im Primar- und Oberstufengebäude werden umgenutzt und sollen als Musik- und Schulzimmer dienen. Realisiert wird das Projekt des Aarauer Architekturbüros Felber Widmer Schweizer, das im Februar vorgestellt wurde.

Dass die geschätzten Gesamtkosten für die Erweiterung der «Kleinen Kreuzzelg» um 3 auf 21 Mio. Franken gesenkt werden konnten, hat unter anderem damit zu tun, dass verschiedene Sanierungsmassnahmen an den bestehenden Schulgebäuden einfacher ausfallen oder zurückgestellt werden können; etwa der Ersatz sämtlicher Fenster des Primarschulhauses. Der Neubau, dessen Kosten an der Gmeind 2017 noch rund 18,4 Mio. Franken betrugen, soll neu mit 17,6 Mio. realisiert werden.

Unter anderem wurden Abklärungen betreffend Geologie des Baugrunds, Material und Mobiliarbeschaffung getroffen. Es hat sich gezeigt, dass die effektiven Kosten tiefer liegen als angenommen. «Wir haben viele Punkte optimieren können», sagte Vizeammann Furter. Keine Einsparungen gibt es bei der Ölheizung, die durch eine neue Heizzentrale mit Erdsonden-Wärmepumpeanlage ersetzt werden soll: Die Kosten bleiben unverändert bei 1,6 Mio..

Genehmigt die Gmeind die Projektierungskredite für den Neubau und die Wärmeerzeugungsanlage (total 1,1 Mio.) sowie den Baukredit für die Sanierung des Dachs des Oberstufengebäudes (0,4 Mio.), werden die Planungen weitergeführt. Ziel ist, dass der Neubau per Schuljahr 2021/22 bezugsbereit ist.

«Wir werden alles daransetzen, dass bis zu diesem Zeitpunkt keine teuren Provisorien nötig werden», sagte Bauverwalter Emanuele Soldati. Danach starten die Umbauarbeiten an der bestehenden Schulanlage.

Aktuelle Nachrichten