Fislisbach

Nach Kritik wird neues Parkregime angepasst

Der Gemeinderat Fislisbach will künftig Gebühren erheben, wenn länger als zwei Stunden parkiert wird.

Der Gemeinderat Fislisbach will künftig Gebühren erheben, wenn länger als zwei Stunden parkiert wird.

Am Abend soll in der Gemeinde weiterhin gratis parkiert werden dürfen. Nun wird das neue Reglement der Gmeind vorgelegt.

Kritik wurde laut, als der Fislisbacher Gemeinderat im April das neue Parkregime an einer Infoveranstaltung vorstellte. So bemängelten Anwohner beispielsweise, dass Gebühren Besucher vertreiben und das Problem des Wildparkierens nicht lösen würden. In der Zwischenzeit hat der Gemeinderat einige Änderungen am Reglement über die Parkraumbewirtschaftung vorgenommen und der Bevölkerung ein zweites Mal präsentiert.

Zur Erinnerung: Wer heute in Fislisbach auf öffentlichem Grund parkiert, kann dies gratis tun. Nur, wer sein Fahrzeug über Nacht und über eine längere Dauer abstellt, muss eine Gebühr bezahlen. Ab 1. Januar 2019 soll damit Schluss sein. Konkret: Der Gemeinderat will künftig Gebühren erheben, wenn länger als zwei Stunden parkiert wird. Neu gilt aber die Gebührenpflicht nicht wie zuerst angekündigt während 24 Stunden, sondern nur von 00 bis 19 Uhr. «Damit wollen wir unter anderem den Vereinen entgegenkommen, die in diesen Stunden trainieren, proben oder sich zu einem Feierabendtrunk treffen», erklärte Gemeinderat Andreas Mahler (GLP) letzte Woche.

Nur elektronischer Bezug

Die Gebührenpflicht gilt in den Quartierstrassen (Tempo-30-Zonen), beim Gemeindehaus, beim Friedhof, um die Schulanlage Leematten und beim Werkhof. Bezahlt werden muss an sechs Tagen die Woche, wobei Sonn- und Feiertage ausgeschlossen sind. Eine Tageskarte (über 2 bis 24 Stunden) kostet 5 Franken. Eine Monatskarte für einen Personenwagen ist für 40 Franken (heute 30 Franken) erhältlich, eine Jahreskarte für 400 Franken (360 Franken).

Eine weitere Neuigkeit betrifft den Bezug der Parkbewilligung: Diese kann ausschliesslich elektronisch bezogen werden – via Computer, Smartphone, Tablet und App. «Personen, welche die Parkkarte nicht selber online lösen können, erhalten bei den Einwohnerdiensten Unterstützung», sagte Mahler. Aus Kostengründen verzichtet die Gemeinde auf Parkuhren. Für die Kontrolle der Parkbewilligungen wird eine externe Firma beauftragt. Letzteres warf bei einigen Anwesenden die Frage nach den Kosten auf. Mahler sagte, dass man mit jährlich 10'000 bis 15'000 Franken für die Kontrollen rechne. «Demgegenüber schätzen wir die Gebühreneinnahmen auf rund 50'000 Franken pro Jahr.» Für die Umsetzung des Reglements wird mit rund 50'000 Franken gerechnet.

Wie bereits bei der ersten Infoveranstaltung kam die Problematik zur Sprache, dass manche Anwohner es vorziehen würden, auf der Strasse zu parkieren statt in der Tiefgarage. «Eine Monatskarte zu lösen ist immer noch billiger, als einen Platz zu mieten», monierte eine Zuhörerin im Hinblick auf mehrere Überbauungen, die in nächster Zeit in Fislisbach entstehen werden. Mahler entgegnete: «Wir haben beobachtet, dass Neubauten generell kaum mehr Strassenparkierer generieren.»

Keine Bevorzugung für Fislisbacher

Zuletzt kam die Frage auf, weshalb der Gemeinderat bei der Gebührenerhebung nicht zwischen Fislisbacher und Auswärtigen unterscheidet. «Aus administrativen Gründen ist der Aufwand dafür zu hoch», so Mahler. Zudem sehe man keinen Grund, weshalb jemand bevorzugt werden solle.

Im Gegensatz zur ersten Infoveranstaltungen hielten sich die kritischen Voten heuer in Grenzen. Man darf gespannt sein auf die Gemeindeversammlung vom 16. November: Dann wird den Stimmberechtigten das Reglement über die Parkraumbewirtschaftung zur Genehmigung unterbreitet.

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Autorin

Carla Stampfli

Carla Stampfli

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