Ennetbaden

Nach Millionen-Sanierung: Der Postplatz soll zu neuem Leben erwachen

So sieht der in den vergangenen Monaten renovierte Platz neu aus.

So sieht der in den vergangenen Monaten renovierte Platz neu aus.

Für rund 5 Millionen Franken wurde der Postplatz in Ennetbaden erneuert . Mit einem grossen Volksfest wird er kommendes Wochenende eingeweiht. Ein Blick in die Archive zeigt, welch wichtige Bedeutung er früher einmal inne hatte. 

Das Foto des legendären Badener Fotografen Werner Nefflen von der Fasnacht 1956 zeigt, was der Postplatz in Ennetbaden früher einmal war: eine Art Dorfplatz und Zentrum der Gemeinde, gleichzeitig ein Verkehrszweig und nicht zuletzt ein Autoparkplatz. Ab der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts verlor der Platz aber immer mehr an Bedeutung: Das Dorf dehnte sich bis ins Höhtal aus, die Bevölkerung entfernte sich dadurch immer mehr vom historischen Zentrum, heisst es im Dorfblatt «Ennetbadener Post».

Auch Badegäste aus dem nahe gelegenen Thermalbad blieben vermehrt aus. 2005 ging ein Stück Identität verloren, als die Poststelle schloss, die dem Zentrum noch heute seinen Namen gibt. Und seit der Umfahrungstunnel 2006 eröffnete, ist der Durchgangsverkehr verschwunden: Der Postplatz ist quasi ausgestorben.

Rund fünf Millionen Franken hat die Gemeinde darum investiert, um das historische Zentrum neu zu gestalten und ihm seinen Dorfplatzcharakter zurückzugeben. Dieses Wochenende wird der neue Postplatz mit einem dreitägigen Fest eingeweiht. Augenfällig sind die drei neu gepflanzten Linden und die Sitzbänke rund um sie; belegt wurde der Platz mit einem einheitlichen Pflastersteinbelag. Der Bachtelibach wurde teilweise verlegt. Nicht sichtbar sind die vielen Neuerungen im Untergrund, zum Beispiel wurde ein Regenrückhaltebecken mit einem Volumen von 160 Kubikmetern erstellt. Erneuert wurden zudem die unterirdischen Leitungen für Wasser, Abwasser, Gas, Swisscom und Cablecom.

Gemeindeammann Pius Graf (SP) freut sich: «Der neue, alte Ort verbindet die Bauten des neuen Zentrumsquartiers und des Bädertunnels mit den bestehenden Häusern, die noch die Geschichte der früheren Zeit auf den Platz tragen.» Bauverwalter Andreas Müller schreibt in der «Ennetbadener Post»: «Damit der Platz tatsächlich zum Ort der Begegnung wird, braucht es Publikumsverkehr: Das neue Thermalbad wird ihn bringen.»

Auch Anlässe wie beispielsweise die 1.-August-Feier oder der Weihnachtsmarkt sollen künftig auf dem Postplatz stattfinden. Zur Wiederbelebung beitragen soll das Verkehrskonzept: Das gesamte Gebiet Sonnenberg-, Bad- und Hertensteinstrasse inklusive Postplatz gilt neu als Begegnungszone. Sämtliche Verkehrsteilnehmer sind darin gleichberechtigt, wobei eine Maximalgeschwindigkeit von 20 Kilometern pro Stunde gilt. Neben dem Postplatz wurden und werden in Ennetbaden diverse weitere Projekte zur Neugestaltung des öffentlichen Raums realisiert. Dazu zählen unter anderem die neue Badstrasse sowie der Hirschenplatz. Übergeordnetes Ziel aller Projekte ist die Wiederbelebung des Bäderquartiers.

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