Was in Städten wie New York, Berlin und Zürich bereits geläufig ist, erreicht nun auch Niederrohrdorf. Die Rede ist von Pop-up-Stores. Bei diesem Konzept mieten Klein- und Online-Unternehmen für kurze Zeit einen leerstehenden Verkaufsraum. Die Idee dahinter: Der Vermieter hat kein leeres Geschäft und das Unternehmen kann versuchen, seine Produkte an den Mann zu bringen.


Seit Anfang März verkaufen Erika Erdt und Sabine Borges in ihrem Pop-up-Store an der Mellingerstrasse in Niederrohrdorf Kinderkleider und Schmuckkreationen. Durch die Umstände, dass die vorherige Ladenmieterin auswanderte, das Geschäft leer stand und das Gebäude Ende Jahr abgerissen werden soll, mieteten sie die beiden Unternehmerinnen ein.


Stil von damals ins Leben rufen


Die beiden Frauen kannten sich flüchtig durch ihre Töchter, die gemeinsam in die Spielgruppe gingen. Am Oberrohrdorfer Weihnachtsmarkt letzten Dezember liefen sie sich dann wieder über den Weg. «Dort erfuhren wir vom Unternehmen der anderen und kamen erst ins Gespräch und später ins Geschäft», sagt die 42-jährige Erika Erdt. Vor ein paar Jahren fragte sie sich, wo es alltagstaugliche und bezahlbare Kindermode zu finden gibt. «Auf alten Familienfotos stiess ich auf den schönen und schlichten Stil von damals und wollte ihn wieder ins Leben rufen.» Sie zeichnete die Kleider, wählte den Stoff und liess sie dann in Asien produzieren. Die Sozialversicherungsfachfrau nennt die Marke «Frida und Paul», da dies den älteren und zeitlosen Stil der Kleider widerspiegeln soll, und verkauft die Kleider vorwiegend online. Sabine Borges ist ehemalige Arztgehilfin. Um ihre Kreativität auszuleben, besuchte die heute 41-Jährige vor einigen Jahren einen Goldschmiedekurs. Ihre Schmuckkreationen verkauft sie damals wie heute an Märkten und auf ihrer Website.


«Unser Geschäft hat zweieinhalb Stunden am Tag geöffnet. In dieser kurzen Zeit haben wir gute Kundschaft», sagt Borges. Die Zukunft ist, was das Unternehmen angeht, bei beiden ungewiss. Klar ist aber: Online werden sie ihre Produkte weiterhin verkaufen. Die Frage, wie lange sie noch im Laden sind, können sie nicht beantworten. Borges betont aber: «Wir sind jetzt einen Monat hier und lernen sehr viel dazu. Durch das Pop-up-System können wir erkennen, ob sich eine langfristige Miete für uns lohnen würde.»