Wettingen
Nach nur 14 Monaten: Leiter des Alterszentrums St. Bernhard hat gekündigt

Rüdiger Niederer ist nach etwas mehr als einem Jahr bereits wieder weg aus Wettingen.

Claudia Laube
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Rüdiger Niederer ist nicht mehr Geschäftsleiter des Alterszentrums. Er kann nicht hinter der Strategie stehen.

Rüdiger Niederer ist nicht mehr Geschäftsleiter des Alterszentrums. Er kann nicht hinter der Strategie stehen.

Sandra Ardizzone (2019

Im August 2019 startete Rüdiger Niederer seine neue Aufgabe als Geschäftsleiter des aktuell noch an der Wettinger Rebbergstrasse beheimateten Alterszen­trums St. Bernhard. Nur 14 Monate später hat er seine Anstellung bereits wieder gekündigt. Niederer ist nicht mehr im ­Alterszentrum tätig.

Verwaltungsratspräsident Josef Meier will sich nicht zu Niederers Kündigung äussern: «Darüber wurde Stillschweigen vereinbart», erklärt er auf Anfrage. Die Suche nach einer Nachfolge sei im Gang. Weniger wortkarg gibt sich hingegen Rüdiger Niederer selbst: «Der Verwaltungsrat und ich haben grundsätzlich unterschiedliche Vorstellungen bezüglich Geschäftsführung und der Ausrichtung des Unternehmens», deshalb habe er sich entschlossen, eine neue Herausforderung anzunehmen.

Bei seinem Stellenantritt lagen turbulente Zeiten hin- ter dem St. Bernhard: Die damalige Geschäftsleiterin Bernadette Flükiger hatte gekündigt, weil sie im Regionalen Alterszen­trum Schöftland eine neue Stelle angenommen hatte – in einer für die Institution wichtigen Phase.

Die Bauarbeiten für den 68 Millionen Franken teuren Neubau im Langäckerquartier, damals noch «Altstadt» genannt, hatten gerade erst begonnen. Ihr Abschied wurde öffentlich, als ihr neuer Arbeitgeber in Schöftland sie als neue Geschäftsleiterin vorgestellt hatte. Ähnliches passierte nun auch bei Rüdiger Niederer. Er wurde vor kurzem als neuer Geschäftsleiter des Seniorenzentrums Zofingen vorgestellt, das er ab Juni leitet.

Das neue Alterszentrum wird 2022 fertiggestellt

Bevor Niederer 2019 seine Stelle in Wettingen antrat, gab es beim Bauprojekt zudem einen kurzfristigen Stillstand, weil gewisse Themen neu überprüft werden mussten – im finanziellen, baulichen und personellen Bereich. Niederer war über alle Vorgänge in diesen Monaten informiert. Für ihn machte aber genau das damals auch den Reiz aus, wie er damals zur AZ sagte: «Ich bin nicht der Typ, der sich gerne in ein bereits gemachtes Nest setzt».

Vor dieser Tätigkeit war er sieben Jahre lang Leiter von drei Alterszentren der Genossenschaft für Altersbetreuung und Pflege Gäu in Eger­kingen SO, die organisatorisch wie auch finanziell in Schieflage geraten waren. Er «schaffte aber den Turnaround und entwickelte die Genossenschaft mit mehreren Standorten weiter», schwärmte der Verwaltungsrat des Alterszentrums St. Bernhard in der damaligen Medienmitteilung, in der er vorgestellt wurde.

Niederer war angetreten, um künftig die «Altstadt» zu leiten, die – unter anderem – 123 Pflegezimmer, eine Notfall/Palliativ-­Pflege sowie 45 Pflegewohnungen für ältere Menschen, die Unterstützung benötigen, beinhaltet. Die Inbetriebnahme ist auf Frühling 2022 geplant. Der Name «Altstadt» war aber auf wenig Gegenliebe gestossen, weshalb vor einem Jahr kommuniziert wurde, den Begriff wegzulassen und «St. Bernhard» wieder ins Zentrum zu stellen. Auch der dazugehörige Claim wurde geändert, er heisst nicht mehr «Voller Läbe», sondern «Schön hier!»