Killwangen

Nach Pfusch durch Spenglerfirma: Kindergarten wird vorübergehend verlegt

Seit Eröffnung des Doppelkindergartens Zelgli steckt der Wurm drin.

Seit Eröffnung des Doppelkindergartens Zelgli steckt der Wurm drin.

Die unfachmännische Arbeit einer Spenglerfirma beim Bau des Doppelkindergartens sorgt für Nachwehen. Er wird nun geschlossen und saniert.

2014 wurde der neue Doppelkindergarten Zelgli in Killwangen eingeweiht. Nun muss er vorübergehend geschlossen werden. Der Grund: In den letzten Jahren waren Baumängel aufgetreten, die zu Folgeschäden führten. Angefangen hatte es bereits ein Jahr nach der Einweihung, mit klemmenden Türen und Farbveränderungen an den Wänden.

2017 sammelte sich nach Regenfällen Wasser unter der Bodenplatte an. Deshalb wurden die Dichtungen an den im Boden liegenden Aussenwänden überprüft. So stellte sich heraus, dass die Spenglerfirma, die von der für den Bau verantwortlichen Holzbaufirma Häring AG als Subunternehmen engagiert worden war, die Abdichtungen unfachmännisch ausgeführt hatte. Obwohl neu abgedichtet, sammelte sich nur einen Monat später wieder Wasser zwischen Betonplatte und Boden an, der in den Kindergarten eindrang.

Damit die rund vierzig Kinder trotzdem den Kindergarten besuchen konnten, wurden weitere Sanierungsarbeiten an den Wochenenden und in den Ferien ausgeführt. In diesen Skiferien wollte man fertig werden. Doch nach einer längeren Austrocknungsphase «zeigte sich, dass ein Teil der Holzkonstruktion durch die frühere Feuchtigkeit stark gelitten hat und eine grössere Sanierung unumgänglich ist», schreibt die Gemeinde in einer Mitteilung. Um die Instandstellung sofort in die Wege leiten zu können, entschieden die Verantwortlichen, den Kindergarten für die nächsten Monate ganz zu schliessen.

Die Kindergartenkinder werden nicht nur umplatziert, sondern erhalten zusätzlich zwei Wochen länger Skiferien. Gemeinderat Hanspeter Schmid, verantwortlich für das Ressort Liegenschaften: «Für Eltern, die arbeiten müssen, haben wir deshalb unsere Tagesstrukturen zur Verfügung gestellt, damit ihr Kind betreut ist.»

In den verlängerten Skiferien würden die Kindergärtnerinnen nun alles für die neuen Orte, an denen die Kinder in den nächsten Monaten in den Kindergarten gehen, vorbereiten. Eine Klasse geht in das alte Schulhaus, die andere in den stillgelegten Kindergarten Zelgmatt, der nun wieder so weit hergerichtet sei, dass er genutzt werden kann.

Wie lange die Sanierung des Doppelkindergartens dauern wird, ist noch unklar. Schmid rechnet bis mindestens zu den Sommerferien, aber «genau können wir es nicht sagen, das wäre Kaffeesatzlesen». Erst müsse mit dem Bauphysiker abgeklärt werden, was alles saniert werden muss.

Rechtsweg eingeschlagen

«Der Doppelkindergarten steht unter einem schlechten Stern», bedauert Schmid die Schäden. Wer dafür haften muss, ist noch unklar: «Wir haben eine Rechtsberatung involviert, die nun alles analysieren wird.» Die Spenglerfirma ist inzwischen Konkurs gegangen, weshalb die Gemeinde und alle anderen involvierten Firmen die Versicherungs- und Haftungsfrage wohl auf dem Rechtsweg klären müssen.

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