Cybermobbing
Nach Sabrinas Suizid: Spreitenbacher Schule bildet nun Lehrer zu Medienprofis aus

Am ersten Schultag nach den Ferien versucht man in der Schule Spreitenbach zum Alltag zurückzufinden. Der tragische Fall der 13-jährigen Sabrina, die sich nach Mobbing in den Sozialen Medien das Leben genommen hat, ist aber nach wie vor das grosse Thema. Die Schule reagiert nun auf das Problem des Cybermobbings.

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Ein 13-jähriges Mädchen aus Spreitenbach nimmt sich Ende August das Leben, nachdem sie mutmasslich in den Sozialen Medien gemobbt wurde.

Hilfe bei Suizidgedanken

Diese Stellen sind rund um die Uhr für Menschen in suizidalen Krisen und ihr Umfeld da, vertraulich und kostenlos:

Die Schule Spreitenbach bemerkte vom Cybermobbing nichts. «Wir haben keine Anzeichen gesehen von ihrer Not», sagt Hannes Schwarz, Schulleiter der Schule Zentrum, gegenüber Tele M1. «Die Schülerin war sehr beliebt und gut in die Klasse integriert.» Es sei nicht so, wie es in den Medien beschrieben werde. Die 13-jährige Sabrina* habe ihre schwierige Situation im Rahmen der Schule nicht preisgegeben.

Und das Drama geht weiter: Nach dem Suizid des Mädchens brüstete sich eine Jugendliche aus Dietikon damit, das Opfer gemobbt zu haben, und drohte einem weiteren Mädchen.

Im Netz kursiert eine schockierende Videobotschaft, in dem sie sagt: «Also du kleine Nutte. Wir finden dich schon. Du wirst genauso sterben wie Sabrina*.» Die Jugendanwaltschaft wegen Drohungen im Internet.

Das Handy als Waffe, das betrifft über die Sozialen Medien immer mehr Kinder und Jugendliche. In der Schule Spreitenbach reagiert man auf das Problem, indem man die Lehrer in Zukunft speziell ausbildet – der Entscheid fiel bereits vor dem tragischen Fall von Sabrina. «Wir haben bereits im Frühling mit Pro Juventute vereinbart, dass wir nächstes Jahr Schulmitarbeiter zu Medienprofis ausbilden werden», sagt Schulleiter Hannes Schwarz. Die Ausbildung findet im Rahmen des Projekt «Train the Trainer» statt.

In Spreitenbach soll der Umgang mit dem Internet zukünftig von Kindergarten bis Oberstufe thematisiert werden. Auch damit die Kinder untereinander selbst erkennen, wenn etwas nicht mehr stimmt – und so ein Fall wie jener der 13-jährigen Sabrina nicht unentdeckt bleibt.

*Name geändert