Baden

Nach Schliessung der Arbeitslosenkasse spricht der Drohende: «Das ist purer Kindergarten»

Kanton äussert sich zu Drohung in Baden

Kanton äussert sich zu Drohung in Baden

Anfang Woche blieb die Arbeitslosenkasse in Baden wegen einer Drohung geschlossen. Nun nimmt der Kanton zum ersten Mal Stellung zu diesem Vorfall.

Vier Monate lang erhält Z.S. kein Arbeitslosengeld – und droht seiner Arbeitslosenkasse damit, die Angelegenheit den Medien zuzuspielen. Die Badener Behörde reagiert darauf prompt mit der Schliessung des Büros. Jetzt spricht Z.S. erstmals über sein Handeln. Und auch der Kanton nimmt zur Sache Stellung.

Anfang dieser Woche ging auf der Arbeitslosenkasse in Baden gar nichts mehr. Wer die Büroräume aufsuchte, stand vor verschlossener Tür mit dem Hinweis: «Schalter wegen Bedrohung geschlossen.»

Nun ist klar, wer für die kurzfristige Schliessung der Arbeitslosenkasse sorgte. Vier Monate lang erhält Z.S. nach eigenen Angaben von der Badener Behörde kein Arbeitslosengeld mehr. Wütend sucht er das Büro der Arbeitslosenkasse auf und droht den Mitarbeitern, mit der Angelegenheit zu den Medien zu gehen. Zu viel für die Institution – sie schliesst ihre Pforten.

Wegen Drohung: Arbeitslosenkasse in Baden geschlossen

Wegen Drohung: Arbeitslosenkasse in Baden geschlossen (13. Januar 2017)

Wenig später kehrt Z.S. erneut zurück zum Badener Büro, wo er den Hinweis auf die Bedrohung entdeckt. Er greift zur Handykamera und filmt sich vor der verschlossenen Türe der Arbeitslosenkasse. «Das ist purer Kindergarten», enerviert er sich im kurzen Film und wettert erneut gegen die Badener Institution: «Und so etwas kommt von einer staatlichen Einrichtung, von Leuten, die Menschen helfen sollen, die weder Job noch Geld haben.»

«Die Drohung war massiv.»

Im Gespräch mit der Regionalsender Tele M1 will Z.S. von einer Bedrohung aber nichts Wissen: «Ich bin immer sachlich geblieben», beteuert der junge Mann und erklärt: «Doch der Sachbearbeiter ist laut geworden, ich bin laut geworden. Und dass  soll nun eine Bedrohung sein? Das verstehe ich nicht.»

Ganz anders sieht dies der Kanton, der für die Badener Arbeitslosenkasse zuständig ist. Die Schliessung sei durchaus nötig gewesen, wie Giovanni Pelloni vom kantonalen Amt für Wirtschaft und Arbeit gegenüber Tele M1 erklärt. «Die Drohung war massiv, wir mussten sie ernst nehmen. Die Sicherheit unserer Mitarbeiter hat absolute Priorität.»

Aus der Sache gelernt

Weil die Mitarbeiter der Arbeitslosenkasse nach dem Vorfall die Polizei rufen, stellt sich Z.S. wenig später auf dem Posten und die Schliessung wegen Bedrohung kann aufgehoben werden. 

Der junge Mann will aus der Sache gelernt haben, wie er gegenüber Tele M1 erklärt: «Man sollte alles immer in Ruhe erklären. So möchte ich es künftig tun.» Vor allem möchte er nun aber so schnell wie möglich eine neue Stelle finden, damit er nie wieder bei der Badener Arbeitslosenkasse vorstellig werden muss. (luk) 

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