Zusammenschluss
Nach Schneider-Wahl: Erhalten Fusionsgelüste rund um Baden Auftrieb?

Werden Fusionen mit Markus Schneider an der Spitze Badens wieder zum Thema? Ennetbadens Ammann Pius Graf dämpft die Hoffnungen der Befürworter. Ein anderer Nachbar hingegen sendet vorsichtig Signale.

Pirmin Kramer
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Markus Schneider: Dank der Wahl des Badener Stadtammanns machen sich Fusionsbefürworter Hoffnungen.

Markus Schneider: Dank der Wahl des Badener Stadtammanns machen sich Fusionsbefürworter Hoffnungen.

ENNIO LEANZA

Vor gut zwei Jahren legte Ennetbaden überraschend die Fusionspläne mit Baden auf Eis. Zuvor war an der Gemeindeversammlung bereits eine Vorlage angenommen worden, die Zusammenschlussgespräche mit der Stadt und allenfalls weiteren umliegenden Gemeinden verlangte. Als Begründung für den Stopp der Gespräche nannte Ennetbaden in einer offiziellen Mitteilung auch «die politische Situation in Baden». Diese war nach der Diskussion um Geri Müllers Nacktfotos angespannt.

Nun hat Baden mit Markus Schneider einen neuen Stadtammann gewählt, und es stellt sich die Frage. Welche Folgen hat dies für die Zusammenschluss-Idee? Pius Graf (SP), Ennetbadens Gemeindeammann, dämpft die Hoffnungen von Fusionsbefürwortern. «Ein Zusammenschluss mit Baden oder gar einer Regionalstadt hat derzeit keine Priorität für uns.» In der Region habe er in den vergangenen Monaten eher das Gegenteil von Annäherungen beobachtet: «Die Solidarität der umliegenden Gemeinden mit den Zentrumsgemeinden ist ins Wanken geraten. Es gibt Diskussionen und Zweifel, ob beispielsweise die Beiträge ans Kurtheater oder das Sportzentrum Tägerhard bezahlt werden sollen.» Bevor wieder ernsthaft über Fusionen debattiert werden könne, müsse die Solidarität der Gemeinden untereinander gestärkt werden, sagt Graf. Gleichzeitig stelle er fest, dass Ennetbaden aktuell sehr gut aufgestellt sei und bestens funktioniere. «Unser politisches System mit der Gemeindeversammlung funktioniert hervorragend. Wir können die Meinung direkt beim Volk abholen und sind dadurch sehr agil.»

Priorität habe für Ennetbaden derzeit vielmehr eine gute Entwicklung des Bäderquartiers. «Diesbezüglich sind wir froh, dass Baden nun erfahrene und dossiersichere Politiker als Stadt- und Vizeammann gewählt hat», sagt Pius Graf. Er hoffe, dass das Thermalbad so schnell wie möglich gebaut werde und dass auch der Bau des Mättelisteges wieder thematisiert werde, der verbindende Funktion haben könnte.

Mit Interesse dürften Befürworter von Fusionen in der Region Baden die Nachricht zur Kenntnis nehmen, die Turgis Gemeindeammann Adrian Schoop (FDP) vergangene Woche an der Gemeindeversammlung verkündete. «Der Gemeinderat wird im ersten Halbjahr 2018 zusammensitzen und die Legislaturziele festlegen. Dabei fällen wir auch den Entscheid, ob wir Gespräche für einen Zusammenschluss mit einer unserer Nachbargemeinden anstreben sollen.»

Schoop machte bereits vergangenes Jahr kein Geheimnis daraus, dass sich Turgi seiner Meinung nach langfristig Baden annähern sollte. «Aber das ist meine persönliche Meinung. Nun will ich die Haltung meiner Gemeinderatskollegen abholen.» Tatsache sei, dass man in den vergangenen Jahren auch in Turgi gespürt habe, dass in Baden politische Unruhe herrschte. «Ich gehe davon aus, dass nun wieder Stabilität einkehren wird. Das wirkt sich auch positiv auf die Nachbargemeinden aus, unabhängig von allfälligen Fusionsdiskussionen», sagt Adrian Schoop.

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