Über 200 Schüler versammelten sich für einen Protestmarsch vom Schulhaus Burghalde in Baden zum Wettinger Ratshaus, um für ihre Wahlfächer zu kämpfen (az vom 30.1.). Zusätzlich erhielten Regierungsrat Alex Hürzeler und Grossratspräsident Thierry Burkart einen Tag vor der Demonstration ein Dringlichkeitsschreiben von besorgten Wettinger Eltern.

Die Forderungen und Wünsche der Schüler und Eltern verhallen nicht ungehört: «Das Bildungsdepartement und auch der Gesamtregierungsrat nimmt alle Kundgebungen, Reaktionen und Stellungnahmen ernst», sagt Irene Richner, Pressesprecherin des BKS. Sie würden im laufenden Anhörungsprozess sorgfältig ausgewertet werden.

Besonders das Ausmass, in dem es die Wahlfächer trifft, ärgert die Schüler: «Wir sind wütend und entsetzt, wie radikal die Massnahmen sind», sagte Schülerin Milena Stuck im Vorfeld der Demonstration. Die Kundgebung zeigt, dass die Schüler den Plänen des BKS kritisch gegenüberstehen, das Angebot an Wahlfächern stark zu reduzieren.

Richner entgegnet: «Insbesondere im interkantonalen Vergleich sowie im Hinblick auf die geplante Einführung des Deutschschweizer Lehrplans verfügt der Kanton Aargau heute über ein überdurchschnittlich ausgebautes Wahlfach- und Freifachangebot.»

Dieses sei zwar attraktiv, aber auch mit hohen Kosten verbunden. «Der Regierungsrat ist verpflichtet, einen ausgeglichenen Staatshaushalt zu führen.» Auch nach Umsetzung der vorgeschlagenen Massnahmen, die Wahl- und Freifächer zu kürzen, bestehe weiterhin ein gutes Angebot.

Betroffen zeigten sich die Schüler auch über den geplanten Abbau des Deutsch-Zusatz-Angebots. «Es handelt sich um eine moderate Massnahme», erklärt Richner. «Dieses Angebot wird nicht gestrichen, sondern die Zuweisung wird neu gestaffelt.» Dies bedeute, dass das einzelne Kind gleich viele Unterrichtslektionen besuche wie bis anhin, die Gruppe in Einzelfällen jedoch um ein Kind grösser sei. Das kantonale Sparpaket kommt im Juni in den Grossen Rat. 

Schüler-Demo gegen Sparmassnahmen

Schüler-Demo gegen Sparmassnahmen