Baden
Nach Schweizer 3:0-Sieg: Tumultartige Szenen auf dem Badener Schulhausplatz

Wenige Minuten nach Abpfiff des WM-Spiels war auf dem Schulhausplatz die Hölle los. Rund 500 Fans strömten herbei, feierten mit Pyros, bestiegen Busse und legten Verkehr lahm. Die Polizei beobachtete die Szenen besorgt aus der Distanz.

Roman Huber
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Über 500 Fussballfans feierten ausgelassen und überschwänglich
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Im Übermut steigen Personen auf die Busse
Nach Schweizer 3:0-Sieg: Tumultartige Szenen auf dem Schulhausplatz
Kein Durchkommen durch Fans und Rauchwolken
Feuerwerk mit Pyros auf dem Schulhausplatz
Feuerlöscher werden entleert und sorgen für chaotische Momente
Es kommt zu gefährlichen Situationen
Die teils überbordende Siegesfeier auf dem Badener Schulhausplatz dauerte bis 2 Uhr morgens.

Über 500 Fussballfans feierten ausgelassen und überschwänglich

Zur Verfügung gestellt

«Es haben sich einige sehr gefährliche Szenen abgespielt und wir sind sehr froh, dass keine Personen verletzt worden sind und dass der Sachschaden gering ist», sagt Max Romann nach der Schweizer Fussballnacht mit der Achtelfinal-Qualifikation. Die Polizei habe sich aufgrund der Vorkommnisse nach dem Sieg gegen Ecuador auf diesen Abend vorbereitet und je nach Szenario Massnahmen in Aussicht genommen, erklärt der stellvertretende Kommandant der Stadtpolizei. Doch es kam noch heftiger als erwartet.

Innert Minuten Schulhausplatz überstellt

Wenige Minuten nach dem Abpfiff des WM-Spiels Schweiz gegen Honduras füllte sich der Schulhausplatz mit frenetisch feiernden Schweizer Fussballfans. «Die Menschen strömten von überall her. Innert Kürze gab es für den Verkehr kein Durchkommen mehr», schildert Romann die Momente kurz nach Mitternacht. Die Polizei war sofort in Mannschaftsstärke vor Ort. Begrüsst wurde sie mit leeren Flaschen, die gegen sie geworfen wurden. «Es handelte sich nicht um Pet-Flaschen», präzisiert Romann. «Wir haben uns sofort zurückgezogen um nicht auf irgendwelche Art zu provozieren», beschreibt Romann die schwierige Situation der Polizei.

Zu Beginn mischten sich auf dem Schulhausplatz noch diverse Autocorsos unter die Menge, was zu ersten gefährlichen Situationen geführt habe. «Zum Glück sind die Corsos rasch abgezogen», kommentiert Romann. Die Polizei habe ausserdem den Brückenkopf Ost rasch abgesperrt, damit keine Autos mehr von Wettingen her auf den Schulhausplatz fahren konnten. Ebenso wurde aus den andern Richtungen der Verkehr über den Schulhausplatz tangential vorbeigeleitet.

Im Sieges- oder Alkoholrausch spielten sich in der Folge teilweise tumultartige Szenen auf dem Schulhausplatz ab. Fackeln und anderes pyrotechnisches Material wurde gezündet, sodass der Platz längere Zeit in Rauchwolken gehüllt war. Gefährlich wurde es, als beim Falkengebäude einige Personen von der Mauer her auf das Dach von Bussen stiegen. «Das kann nicht mehr einfach mit Übermut abgetan werden», sagt Romann. Für Passagiere wie für Chauffeure sei das sehr unangenehm. «Nicht auszumachen, was passiert wäre, wenn der Chauffeur im Stress Gas gegeben hätte», fügt Romann an.

Eine ähnliche schwierige Situation habe sich dann nochmals kurz vor 2 Uhr ergeben, als einzelne Fussballfans ausser Rand und Band gerieten und einen vorbeifahrenden Kühlwagen stoppten und an ihm rüttelten, sodass der Kleinlaster ins Wanken kam. «Das geht definitiv nicht», appelliert Romann an die Fussballfans und bittet sie bei aller Siegesfreude um vermehrte Vernunft.

Sachschaden in Grenzen

Nebst Pyros haben Fans auch drei Feuerlöscher auf dem Platz entleert, die sie aus umliegenden öffentlichen Garagen entwendet haben dürften, erzählt Romann. Die Staublöscher verursachten eine zusätzliches Chaos auf dem Platz. Ansonsten wurden lediglich die vom Werkhof gepflegten Blumenbeete niedergetreten. Weiterer Sachschaden sei nicht gemeldet worden. Die Polizei hat darum auch den Werkhof alarmiert. Kurz vor zwei Uhr kam dieser mit einer Putzmaschine angefahren. Erst gegen zwei Uhr habe sich die Situation beruhigt. Rund zwei Stunden nach dem Beginn der tumultartigen Feierlichkeiten zogen die letzten Fans endlich ab, sodass der Schulhausplatz für den Verkehr wieder freigegeben werden konnte.

Die Polizei sei bewusst nicht eingeschritten, sagt Romann. «Wir stehen natürlich unter immer unter Druck und jetzt unter besonderer Beobachtung», erklärt der stellvertretende Kommandant.-Ecuador an. Romann beschäftigt sich bereits mit dem Achtelfinalspiel vom 1. Juli. «Wenn die Schweiz Argentinien schlagen würde, dann brechen alle Dämme», ist Romann überzeugt. Andernfalls rechnet man nicht mit Tumulten. Die Polizei werde sich für diesen Fall jedoch gut vorbereiten. «Wir müssen gewappnet sein, können aber unsere Entscheide und Massnahmen erst aufgrund des Spielverlaufs, also nur sehr kurzfristig treffen», fügt Romann an.

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