Ruine Stein in Baden
Nach Steinschlag: Jetzt klären Experten die Gefahr am Felsen ab

Die Stadt lässt die Steinschlag-Gefahr im Felsbereich der Schlossruine Stein genauer abklären. Sollten die Experten Handlungsbedarf sehen, stehen gleich mehrere Lösungen zur Wahl.

Sabina Galbiati
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Die Rütistrasse musste am Sonntag bis kurz vor Mittag wegen des Felsbrockensgesperrt werden.

Die Rütistrasse musste am Sonntag bis kurz vor Mittag wegen des Felsbrockensgesperrt werden.

Tele M1

Es war viel Glück im Spiel, dass sich niemand verletzt hat, als sich am vergangenen Sonntag ein 300-Kilo-Steinbrocken aus der Felswand unterhalb der Ruine Stein gelöst hatte und auf die Rütistrasse gestürzt ist. Jetzt lässt die Stadt den Felsbereich rund um die Schlossruine genau untersuchen.

Bereits gestern nahmen die Fachleute einen ersten Augenschein vor Ort. Für die genauen Abklärungen werden sie den Fels erklettern. «Ich rechne damit, dass innert 14 Tagen erste Ergebnisse vorliegen», sagt Martin Koch, Leiter der Abteilung Tiefbau. «Wir wollen vor allem wissen, wie dringend gehandelt werden muss», ergänzt er.

«Es ist normal, dass immer wieder kleine Steine vom Fels abbröckeln, aber ein 300-Kilo-Stein ist sehr aussergewöhnlich», sagt Christoph Kupper, Leiter des Regionalen Führungsorgans Baden Region. Er war am Sonntag mit seinem Naturgefahren-Experten vor Ort für erste Abklärungen. «Wir sahen, dass das Gestein rund um die Abbruchstelle dicht mit Gestrüpp und Efeu überwuchert ist. Diese stabilisieren das Gestein», sagt er. Sie würden aber auch die Sicht auf den Fels versperren, weshalb genaue Abklärungen richtig und nötig seien.

Sollte sich bei den Untersuchungen herausstellen, dass eine Steinschlag-Gefahr besteht, gibt es verschiedene Möglichkeiten den Hang zu sichern. «Die Fachleute machen auf Basis ihres Berichts einen Lösungsvorschlag», sagt Koch. Denkbar seien etwa Netze, wie sie bereits am Martinsbergfels oder am Schartenfels verwendet werden. Weiter könnte der Fels von lockerem Gestein gereinigt oder heikle Stellen mit Beton gesichert werden.

Stadt prüft Risiko für Sonnmatt

Weil die Fachleute derzeit vor Ort sind, lässt das Tiefbauamt gleichzeitig den Fels im Bereich der Quartierwiese Sonnmatt untersuchen. Dort gab es 1998 letztmals einen Steinschlag. Damals holte man das lose Material herunter. «Wir wollen hier prüfen lassen, ob Handlungsbedarf besteht und wann eine erneute Kontrolle nötig ist», sagt Koch.

Eine mögliche Ursache für den Steinschlag vom vergangenen Wochenende könnten die Wetterverhältnisse sein: «Als es schneite, war das Gestein noch warm. Der Schnee schmolz, sickerte in die Felsritzen und die Erde darin saugte sich mit Wasser voll», erklärt Kupper. «Als der Fels sich abkühlte, gefror das Wasser, sprengte den Steinbrocken ab, hielt ihn aber gleichzeitig noch fest. Als am Sonntag wegen der Wärme das Eis schmolz, rutschte der Steinbrocken schliesslich vom Fels ab.»

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