Einer, der der herbstlichen Dauersonne für die Landwirtschaft etwas abgewinnen kann, ist Andreas Suter, Präsident der Sektion Baden/Brugg des Aargauer Bauernverbands: «Dank des schönen Herbstes konnte Gras nachwachsen und die Milchkühe hatten wieder genug zu fressen.» Er möge sich nicht daran erinnern, wann Landwirte im Herbst jemals so hätten grasen können wie jetzt. «Gras braucht nicht so viel Regen. Tau und Nebel, wie wir es in den letzten Wochen am Morgen hatten, reicht auch», erklärt Suter. Komme hinzu, dass die Temperaturen nicht mehr so heiss seien wie im Sommer. «Im August hat es einiges schlimmer ausgesehen.»

Aus saftigen grünen Wiesen waren braune und verdorrte Böden geworden, die kaum bewässert werden konnten. So haben einige Landwirte aus Futtermangel Kühe frühzeitig schlachten lassen. Im Herbst hätten sie sehr viel Gras angesät, um den Futterausfall im Sommer teilweise doch noch kompensieren zu können. «Dennoch wird bei vielen Betrieben unter dem Strich Futter fehlen und sie müssen Futter kaufen oder Tiere verkaufen», erklärt Suter.

Trockener Winter wäre prekär

Er selbst war mit seinem Loorhof in Lupfig nicht davon betroffen: «Wir haben keine Tiere und sind auf Obst- und Beerenbau spezialisiert. Unser Problem war viel mehr die Bewässerung. Einen Teil konnten wir nicht genügend bewässern.» Viele Beeren seien dadurch vertrocknet oder nicht mehr «vermarktungsfähig» gewesen, wie er es nennt; weil sie zu klein waren. Wie viele andere Landwirte mussten auch sie wegen des heissen und trockenen Sommers wirtschaftliche Einbussen in Kauf nehmen.

Dass einige Gemeinden zudem Einschränkungen fürs Bewässern ausgesprochen hätten, traf vor allem diejenigen Bauern hart, die Gemüse anbauen, so Suter. Wie die beiden Waldarbeiter Pius Moser und Peter Muntwyler hofft nun auch er auf einen niederschlagsreichen Winter: «Die Böden sind bis ganz weit unten ausgetrocknet. Sollte auch der Winter zu trocken bleiben, dann wird es im nächsten Frühling in der Landwirtschaft wieder besonders prekär.» (cla)