«Der schönste Aussichtspunkt von Fislisbach und das letzte Kulturgut der öffentlichen Hand (alter Waldfestplatz) wird verbaut und das Bänkli entfernt! Zum Leidwesen aller! (Der 1. April ist doch vorbei?)», schreibt Landwirt Fridolin Koch in einem Leserbrief im «Reussboten».

Was ist passiert? Vandalen hatten vor rund einem Monat den Lattenzaun beim Aussichtspunkt Buechberg beschädigt und anschliessend auf dem angrenzenden Privatgrundstück randaliert. Weil dies nicht der erste negative Vorfall war, entschied der Gemeinderat, die Sitzbänke zu entfernen und eine Hecke zu pflanzen, um Abstand zur Liegenschaft zu gewinnen. Zudem wurde zum Schutz der Sträucher ein temporärer Forstzaun angebracht.

«Das kann doch nicht sein, dass man beim Aussichtspunkt die Bänkli entfernt, nur weil ein paar ‹Lölibuebe› Unfug angestellt haben», sagt Fridolin Koch auf Anfrage. Auch, dass eine Hecke gepflanzt wurde, stimmt ihn wütend: «Sobald die Sträucher gewachsen sind, sieht man von unserem schönen Dorf gar nichts mehr.» Und zum Forstzaun sagt er: Wenn die Gemeinde der Öffentlichkeit einen wunderbaren Platz im Wald zur Verfügung stellt, dann könne sie doch nicht einfach einen ‹Käfig› anbringen. Es sei in etwa so, als würde er seine Felder einzäunen. Dann würde dort zwar kein Abfall mehr liegengelassen, doch würde die Landschaft irgendwann nicht mehr schön aussehen. «Die negativen Vorkommnisse werden nicht beseitigt, indem man bloss die Bänkli wegräumt und eine Hecke pflanzt.»

Schöne Plätze muss man beleben

Fridolin Koch schlägt vielmehr vor, den Kontakt zu suchen. So, wie er es macht, wenn er sieht, dass auf den Sitzbänken, die an sein Kulturland grenzen, getrunken und gefeiert wird. «Ich gehe hin, stelle mich vor und nehme die Namen auf», sagt er. Am nächsten Tag fahre er alle Sitzbänke ab und mache sich Notizen. Haben die Feiernden eine Unordnung liegengelassen, wisse er, an wen er sich wenden muss. «Wunderschöne Plätze wie der Buechberg muss man beleben. Sonst stirbt die Kultur in unserem Dorf aus», sagt Koch.

War es wirklich nötig, dass der Gemeinderat zu diesen drastischen Massnahmen griff? «Ja, das war nötig», sagt Gemeindeammann Silvio Caneri. Seit geraumer Zeit würden Jugendliche beim Aussichtspunkt am Buechberg Vandalenakte ausüben. «Wir sind nicht etwa überempfindlich. Die Vorfälle waren massiv und schlicht nicht mehr tolerierbar», sagt Caneri. Was genau passiert war und wer dahintersteckt, dazu will er sich nicht äussern: «Zum Schutz aller, Jugendlichen und Anwohnern, erteilen wir keine näheren Auskünfte.» Man könne aber sagen, dass es sich bei den Vorkommnissen um viel mehr als nur um jugendlichen Leichtsinn handelte.

Wie Silvio Caneri sagt, wird die Aussicht auf das Dorf trotz der neu gepflanzten Hecke beibehalten: Sobald die Sträucher gewachsen sind, werden sie auf eine Höhe von rund 1,20 Meter geschnitten, schliesslich der temporäre Forstzaun entfernt. Hoffnung gibt es auch in Sachen Sitzbänke: «Wir werden im Gemeinderat noch einmal diskutieren, ob wieder Sitzgelegenheiten angeboten werden sollen», sagt Gemeindeammann Caneri.