Ehrendingen
Nach «Zufallsmehr»: Referendum gegen Lägere-Arena geplant

Die Gemeindeversammlung hatte den 80000-Franken-Kredit für Sporthallen-Planung knapp bewilligt. Zu knapp, findet ein Referndums-Komitee und will das Projekt an die Urne bringen.

Pirmin Kramer
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So soll die Lägere-Arena aussehen.

So soll die Lägere-Arena aussehen.

ZVG

Nach dem knappen Ja der Gemeindeversammlung zur Planung einer neuen Sporthalle hat sich ein Referendums-Komitee gebildet mit dem Ziel, eine Urnenabstimmung zu erwirken. Der Projektierungskredit von 80 000 Franken kam an der Gemeindeversammlung mit 118 Ja- zu 105 Nein-Stimmen bei 81 Enthaltungen zustande, sodass Komitee-Mediensprecher Heinz Erismann von einem Zufallsmehr spricht. «Wir sind nicht grundsätzlich gegen eine neue Sporthalle in unserem Dorf. Aber wir fragen uns, ob es eine Dreifachhalle mit Tribüne sein muss, in der auch internationale Wettkampfspiele ausgetragen werden könnten.»

Klar sei bereits jetzt, dass der Steuerfuss um 3 Prozent ansteigen müsste, damit die Gemeinde den jährlichen Unterhalt der Halle gewährleisten könnte. «Und schon jetzt zählt Ehrendingen zu den Gemeinden im Bezirk mit dem höchsten Steuerfuss», so Erismann. Die finanziellen Folgen der Lägere-Arena würden noch viele Jahrzehnte spürbar sein, auch die Finanzkommission habe vor den Folgen einer Umsetzung des Projektes gewarnt.

Über ein solch wichtiges Thema sollte bereits bei der Planung an der Urne abgestimmt werden, nicht zuletzt, weil die Gemeindeversammlung ziemlich chaotisch verlaufen sei, teilt das Referendums-Komitee mit. Der Gemeinderat präsentierte in den Augen des Komitees zu wenige aussagekräftige Fakten. Ein Stimmbürger stellte darum einen Zusatzantrag, es seien verbindliche Nutzungs-, Trägerschaften und Betriebskonzepte vorzulegen. Dieser Antrag wurde zwar knapp abgelehnt, aber der Antragsseller war mit dem Abstimmungsprozedere nicht einverstanden und kündigte eine Beschwerde an. «Angesichts dieser heiss diskutierten und knappen Abstimmung wäre eine erneute Abstimmung, diesmal an der Urne, sinnvoll, so Erismann.

Damit das Referendum zustande kommt, muss das Komitee bis 25. Juli 628 Unterschriften sammeln. «Eine nicht ganz leichte Aufgabe, weil viele Leute in den Sommerferien sind. Aber wir haben bereits rund die Hälfte der erforderlichen Unterschriften beisammen und hoffen auf weitere Unterstützung.» Alle, sowohl Befürworter als auch Skeptiker, sollten an einer breiten Abstützung des Entscheids interessiert sein.

Peter Steimer, Initiant der Lägere-Arena: «Ich bin überrascht, dass ein Komitee das Referendum ergreifen will. Bisher habe ich in der Bevölkerung einen grossen Rückhalt gespürt, das Projekt war positiv unterwegs.» Könnte er die Zeit zurückdrehen, würde Steimer versuchen, die Sportvereine besser für die Gemeindeversammlung zu mobilisieren. «Dann wäre der Entscheid deutlicher zu unseren Gunsten ausgefallen, und niemand könnte von einem Zufallsmehr sprechen.» Steimer ist zuversichtlich, dass der Projektierungskredit an der Urne bewilligt würde: «Es würde wohl ein knappes Ergebnis zustande kommen, aber ich rechne damit, dass eine Mehrheit im Dorf hinter dem Hallenprojekt steht.» Denn die Lägere-Arena soll vor allem dem Breitensport, den Jugendlichen und Kindern zugutekommen. «Man darf bei der Steuerfuss-Diskussion nicht ausblenden, dass die Halle einen grossen Wert für die Gemeinde hat betreffend Kinderbetreuung, Prävention und Gesundheit.»

Der Gemeinderat übrigens will die Kritik, er habe zu wenige aussagekräftige Fakten präsentiert, so nicht stehen lassen. Ammann Hans Hitz sagt: «Wir haben aufgezeigt, dass die Halle 5,2 Millionen Franken kosten plus eine Steuererhöhung von 3 Prozent mit sich bringen würde. Darüber, wie weit bereits zum jetzigen Zeitpunkt alle weiteren Abklärungen abgeschlossen sein müssen, kann man unterschiedlicher Meinung sein.»

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