Um den Pächter und sein Team zu verabschieden, werden am Sonntag Top-Gastronomen aus der Region im «Tägi» zu Besuch sein und die Gäste mit Spezialitäten überraschen. Mit dabei sind unter anderen Harry Pfändler vom Gasthof zum Bären in Birmenstorf, Felix Schibli von der Linde Fislisbach, Bernhard Bühlmann vom Bären Mägenwil und Patrick Troxler von der Pinte Dättwil. Auch werden die Wettinger Wirtefreunde vor Ort sein.

«Es wird verschiedene Ess-Stationen geben, an denen die Gastronomen ihre Gerichte servieren», sagt Franz Maier. Ausserdem werden zwei Bands den Anlass, der um 11 Uhr beginnt und bis 17 Uhr geht, musikalisch begleiten. «Ich freue mich sehr, es wird ein schöner Abschied», sagt der 53-Jährige. Wehmütig, dass er den Betrieb nach 12 Jahren schliessen muss, ist er aber (noch) nicht: «In den letzten Monaten gab es sehr viele administrative Aufgaben zu bewältigen. Ich kam kaum dazu, über das Ende des Restaurants nachzudenken.»
Maier übernahm die «Tägi»-Beiz im März 2006 von Ursula und Peter Gähler. Zuvor war der gebürtige Österreicher zehn Jahre im Hotel Restaurant City Wettingen als Wirt tätig.

«Ins ‹Tägi› zu wechseln, war die richtige Entscheidung. Hier konnte ich mich noch mehr entfalten.» Es sei eine sehr schöne Zeit gewesen, auch wenn nicht immer einfach. «Ein Betrieb gibt dir viel, verlangt aber auch viel ab.» Kraft und Motivation schöpfte Maier unter anderem aus den Kontakten mit den Gästen. «In all diesen Jahren konnten wir ein wunderbares Verhältnis aufbauen, auch zu den Kongress- und Bankett-Kunden», sagt Maier, um gleich anzufügen: «Es sind schöne Freundschaften entstanden.» Beispielsweise mit Rentner Rolf Hübscher. «Wir kennen uns schon seit vielen Jahren», sagt der 79-Jährige. Er werde das «Tägi»-Restaurant und das Team sicherlich etwas vermissen. «Hier habe ich eine schöne Zeit erlebt.»

«Sind wie eine grosse Familie»

In diesen Tagen ist Maier ein viel gefragter Mann: Immer wieder kommen Gäste, um sich von ihm und seinen Mitarbeitern zu verabschieden. «Das bereitet uns viel Freude und zeigt, dass hinter dem von aussen scheinbar einfachen Badi-Restaurant Gesichter stecken, die geschätzt werden.» Maier hat auch zu seinem Team eine gute Beziehung aufbauen können. «Viele sind langjährige Mitarbeiter. Wir sind wie eine grosse Familie.» Dass alle aus seinem 12-köpfigen Team in anderen Betrieben eine neue Stelle fanden, stimmt ihn sehr glücklich.

Doch wohin zieht es Franz Maier nach der Schliessung? Er lächelt und sagt: «Ich bin derzeit auf der Suche.» Ein paar interessante Angebote habe er zwar bereits entdeckt, aber noch nichts Konkretes. «Ich lasse mich überraschen, was die Zukunft bringt.»

Im Rahmen der Umbauarbeiten, die rund eineinhalb Jahre dauern, wird das Restaurant im Obergeschoss rückgebaut. Stattdessen wird es im neu sanierten «Tägi» ein Bistro im Erdgeschoss geben.