Baden
Nachhaltigkeit auf 14,5 Quadratmetern – Badens zweitkleinster Laden eröffnet

Früher war er in der Marktforschung tätig, heute verkauft er Einrichtungsartikel: Mirko Hastedt hat vor kurzem den Laden Vierzehnfünf Quadrat in Baden eröffnet.

Rosa Haller
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Mirko Hastedt in seinem neu eröffneten Laden Vierzehnfünf Quadrat in der Oberen Halde.

Mirko Hastedt in seinem neu eröffneten Laden Vierzehnfünf Quadrat in der Oberen Halde.

Sandra Ardizzone

Klein, aber fein – das trifft gut auf den neuen Laden Vierzehnfünf Quadrat in der Oberen Halde in Baden zu. Nur «Der kleine Laden» in der Mellingerstrasse ist auf einer noch kleineren Fläche. Seit diesem Winter empfängt Mirko Hastedt hier neugierig gewordene Spaziergänger. Er und seine Frau sind erst Anfang November von Turgi nach Baden gezogen und durch einen Zufall zum Laden gekommen. Die alte, warm beleuchtete Räumlichkeit verleiht ihm ein gemütliches Flair. In den Holzregalen findet man diverse Einrichtungsartikel von Tassen über Dekoration bis hin zu Decken, aber auch Taschen und Sportkleidung.

Nach Ikea und Ikarus jetzt in der Oberen Halde

Eröffnet hat Vierzehnfünf Quadrat im kleinen Raum, in dem zuvor Franziska Carnevale ihr Designstudio «Lili Pepper» führte – das ist in die Bäderstrasse gezogen. «Das Geschäft ist besser angelaufen, als gedacht», sagt Hastedt. Und das, bis auf Facebook und Instagram, ganz ohne Werbung. Das habe er auch der Adventszeit zu verdanken gehabt, in der viele Menschen auf der Suche nach Weihnachtsgeschenken die Läden durchstöbern. Er habe sogar schon Stammkunden, die öfters vorbeikommen und etwas kaufen würden. Das ermöglicht ihm, sich nun voll und ganz auf den Laden zu fokussieren. Den Gedanken, einen eigenen Laden zu eröffnen, hatte Hastedt schon seit über zehn Jahren. Dass er diesen genau hier und jetzt umgesetzt hat, ist mit einem Zufall verbunden: «Auf dem Rückweg von einer Wohnungsbesichtigung ist uns im Schaufenster des damaligen Ladens aufgefallen, dass ein Nachmieter gesucht sei», erzählt er. Nach einer kurzen Bedenkzeit hätte er sich beworben und den Raum bekommen. Der 48-Jährige ist sich ganz andere Dimensionen des Verkaufs gewohnt: Nach seinem Studium der Betriebswirtschaft hat Hastedt sich in der Marktforschung selbstständig gemacht. Ab dem Jahr 2000 war er über 17 Jahre hinweg in verschiedenen Bereichen bei Ikea tätig – erst in Deutschland, seit rund fünf Jahren in Spreitenbach. Von 2006 bis 2008 hat er zudem das Ikarus Designkaufhaus in Frankfurt am Main geführt. «Der Eigentümer hat mein Interesse an schönen und individuellen Dingen geweckt.» Privat habe er schon immer auf Nachhaltigkeit und eine gesunde Ernährung geachtet. Das schlägt sich nun auch im Sortiment seines neuen Ladens nieder: «Viele hier verkauften Produkte sind biologisch hergestellt oder fair gehandelt.»

Wie kommt jemand mit dieser beruflichen Geschichte auf die Idee, einen winzigen Laden in Baden zu eröffnen? «Ich finde die Altstadt hier sehr schön und mag alte Häuser im Allgemeinen», sagt Hastedt. Auch die Lage gefällt ihm und die anderen Ladenbesitzer findet er sympathisch: «Wir sind hier eine kleine Gemeinschaft.» Er sehe seinen Laden nicht als Konkurrenz, sondern als Ergänzung. Dass dieser so klein ist, sei für ihn eine gute Möglichkeit, zu testen, wie sein Sortiment bei den Menschen ankomme. Dieses Experiment sei bisher erfolgreich: Neben erwachsenen und älteren Kunden schauen sich auch erstaunlich viele Jugendliche in seinem Laden um.

Kunden denken nachhaltiger als früher

Insbesondere die Jüngeren Kunden würden nicht nur etwas kaufen, sondern auch mit ihm über das Sortiment sprechen. «Ich werde oft gefragt, woher die Produkte kommen und wie sie gehandelt werden», so Hastedt. Auch seine extra angeschafften Papiertüten braucht er kaum: Die meisten bringen ihre eigene Stofftüte mit. «Das war vor 20 Jahren noch ganz anders», sagt der Verkäufer. Es scheint das veränderte Konsumdenken zu sein, das den Laden bei seinen Kunden beliebt macht.

Darüber, ob Vierzehnfünf Quadrat die letzte Station seiner Karriere ist, hat Hastedt noch nicht wirklich nachgedacht. Doch er blickt optimistisch in die Zukunft des Ladens. Das Geschäft lebe ohne Werbung vor allem von guter Mund-zu-Mund-Propaganda und dem Schaufenster, das in sportlicher oder gemütlicher Aufmachung immer wieder verschiedene Zielgruppen anspricht. Das habe bisher gut gereicht.