Dani*, 36, ist eher klein, feingliedrig mit schönen Händen, akkuratem Haarschnitt, runder Brille. Er hatte einmal einen Judo-Club geleitet und war Mitglied in einem Schachclub. Sein Mathematikstudium hatte Dani abgebrochen: «Als Aushilfe während des Studiums realisierte ich, dass ich als Lehrer überfordert bin, vor allem wegen mangelnder Sozialkompetenz.» Fortan gab er Nachhilfeunterricht, lebte daneben von Erspartem. Als dieses aufgebraucht war, ging er aufs Sozialamt. Dort legte er seine pädophilen Neigungen offen – eine Meldung an die Kesb und ein psychiatrisches Gutachten folgten. Schliesslich führten Andeutungen, die Dani bei einer Ärztin in Königsfelden machte, zur Strafuntersuchung.

Während dieser und auch gestern vor dem Bezirksgericht Baden sprach Dani offen über seine Neigung und das, was 2012 vorgefallen war. Im Januar empfing er den knapp 14-jährigen Mallan* – mit Einverständnis des Vaters – erstmals zur Nachhilfe in seiner Wohnung. Im April stand statt Deutsch und Mathe Videoschauen auf dem Programm. Der Film hiess «Kick the nuts» und war genau nach Danis sexuellem Geschmack. Er forderte seinen Schüler auf, ihm in die Genitalien zu «ginggen». «Mallan hat es zwar getan, fand es aber überhaupt nicht lustig, weshalb es mich nicht erregte und ich das Spiel beendet habe.» Im Vordergrund habe nicht der Schmerz gestanden, sondern dominiert zu werden. «Ich habe, aus der Situation heraus, eine andere Form der sexuellen Kommunikation gesucht. Wenn das hier jetzt so verhandelt wird, ist das schon komisch.»

Mallan habe beim «In-die-Eier-Treten-Spielchen» auf den Stockzähnen gelächelt, später habe er ein gewisses Unbehagen gezeigt, «ich hätte sofort aufgehört, wenn er Nein gesagt oder gar körperlich entsprechend reagiert hätte.» Nachdem Mallan in einer nächsten Nachhilfestunde auch keinen Spass daran fand, auf Aufforderung des Lehrers diesem die Füsse ins Gesicht zu drücken, fasste Dani den Buben kurz in den Schritt und streichelte ihn über den Kleidern. Später schauten sie fern, Dani streichelte erneut, zog Mallans Hose leicht nach unten und nahm seinen Penis kurz in den Mund. Im Herbst 2012 nahm Dani zwei Nachbarsbuben, 5- und 8-jährig, in seine Wohnung. Er hatte gelegentlich mit ihnen Fussball gespielt. Nun legte er sich auf eine Matratze und hiess die Buben, ihn mit den Händen zwischen die Beine zu boxen und mit den Füssen zu kicken, was vom jeweils anderen Buben gefilmt wurde. Den Film stellte Dani später ins Internet. Er sagt, für die Nachbarsbuben sei es ein reines Spiel gewesen.

Angeklagt war Dani der mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern sowie der Pornografie. Bei einer Hausdurchsuchung hatte die Polizei verbotene Zeitschriften sowie Fotos nackter Knaben beschlagnahmt. Seit seiner Entlassung aus der U-Haft befindet sich Dani in Psychotherapie. «Es ist mir bewusst, dass meine Sexualität nicht im Normalbereich ist, doch ich werde meine Ansichten über Pädosexualität nicht ändern, könnte meinen Masochismus aber auch mit erwachsenen Männern ausleben.» Er möchte eine Zusatzausbildung als Informatiker machen und raschmöglich finanziell wieder auf eigenen Beinen stehen.

Das Gericht unter Vorsitz von Gabriela Fehr reduzierte die vom Staatsanwalt geforderte Freiheitsstrafe um 2 auf 16 Monate bedingt, Dani muss zudem weiterhin in Therapie. Für die Probezeit von vier Jahren wurde ihm ein partielles Berufsverbot erteilt: Vorerst darf er keine Nachhilfeschüler unter 16 Jahren unterrichten.*alle Namen geändert