Baden
Nächste Woche fällt der Startschuss für den Badener Winterzauber

Das Winterdorf auf dem Bahnhofplatz ist aufgestellt. Nächste Woche beginnt der Badener Winterzaubers mit der «Arüerete».

Erna Lang-Jonsdottir
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...gleichzeitig stellen Mitarbeiter des Werkhofs den Holzunterstand von «Hope» auf.

...gleichzeitig stellen Mitarbeiter des Werkhofs den Holzunterstand von «Hope» auf.

Alex Spichale

Um fünf Uhr in der Früh fährt Christian Mäder aus Burgdorf im Emmental mit seinem Traktor und dem selbst gebauten Faltwagen in Richtung Baden. Knappe sechs Stunden später erreicht der Zimmermann und Landwirt den unteren Bahnhofplatz. Dort wird er sehnlichst von Dominque Girod, Organisatorin der Humbel Fondue-Hütte, erwartet. Nächste Woche fällt der Startschuss des Badener Winterzaubers mit der «Arüerete» (siehe Box); dazu braucht es Mäders Eigenkreation.

Badener Winterzauber

Startschuss des Winterzaubers ist die «Aarüerete» am Mittwoch, 13. November, 18 bis 20 Uhr, im Brennerschopf bei Humbels Fondue-Hütte auf dem unteren Bahnhofplatz. Das weitere Programm:
Kerzenziehen: 16.11. bis 7.12., Bahnhofplatz
Liechterwecke: 27.11., 17.30, Schlossbergplatz
Samichlaus: 6./7.12., in der Stadt
Ponyreiten: Ab 7.12., jeweils Mi, Sa, So: genaue Zeiten auf der Internetseite
Sonntagseinkaufen: 15.12. und 22.12.
Weihnachtsbaumverkauf: 12. bis 24.12. (ELJ)
Infos: www.citycombaden.ch

Während einige Arbeiter den Brennerschopf aufstellen, fängt Mäder an, seinen Wagen zu positionieren und diverse Vorarbeiten auszuführen. Mit einem Knopfdruck betätigt er den Faltwagen, der sich in nur wenigen Minuten in die Fondue-Hütte verwandelt. «Mein Wagen diente bereits dem Stadtfest Baden als Restaurat und der Hochschule Luzern als Büroraum», sagt Mäder und lacht.

200 000 Franken für die Hütten

Lorenz Humbel von der Schnapsbrennerei Humbel in Stetten sieht dem Schauspiel zu. Zum dritten Mal führt er die Fondue-Hütte und den Brennerschopf. Dies mit Erfolg. «Bereits über 750 Reservationen sind bei uns eingegangen», freut er sich. Vor einem Jahr seien vor der Eröffnung 100 Plätze weniger reserviert worden. Trotzdem ist er immer noch etwas skeptisch. Als Gastgeber trägt Humbel das finanzielle Risiko alleine. Rund 200 000 Franken kostet der Aufbau der Installationen. «Ich bin zwar sehr zuversichtlich, den Erfolg voraussagen kann ich aber nicht», sagt er und schmunzelt.

Wie letztes Jahr werden lokale Fondues und Cervelats den Bahnhofplatz dominieren. Auch den kleinen Tannenwald, die Feuerstelle und den Kiosk, gesponsert von dem Handels- und Gewerbeverein Citycom, gibt es wieder, ebenso den Holzunterstand vom christlichen Sozialwerk Hope, der von den Mitarbeitern des Werkhofs Baden aufgestellt wird und Menschen in Not als Unterschlupf dient.

Unterstand wird rege genutzt

«Die obdachlosen Menschen in Baden leben versteckt», sagt Sozialarbeiterin Ramona Zellweger. Gemeinsam mit Diakon Stephan Grossenbacher, Nachfolger des langjährigen Diakons Fred Grob, geht sie regelmässig auf die Gasse. Der Holzunterstand wird rege genutzt. Die Gassenleute, die im Sommer in Gruppen auf dem Bahnhofplatz anzutreffen sind, müssen im Winter auf engstem Raum miteinander zusammen sein. Das verläuft zwar in der Regel friedlich, zwischendurch kommt es aber auch zu Schlägereien, wie Zellweger sagt. Trotzdem sind sie niemandem ein Dorn im Auge. Lorenz Humbel, der die übrig gebliebenen Cervelats nach Ladenschluss verteilt, hat die Fondue-Hütte am 24. Dezember für eine Gassenweihnacht angeboten. «Leider ist die Zeit zu knapp, um dieses Angebot wahrzunehmen», sagt Zellweger.