Untersiggenthal
Nächster Akt im Sportplatz-Drama ist angesagt

Die Gegner der geplanten Fussballanlage Oberau werden sich auch gegen den Gestaltungsplan wehren. Man sei nach wie vor gegen einen Sportplatz an diesem Standort.

Roman Huber
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Gestaltungsplan Sportplatz Oberau (links Schönegg-, in der Mitte Schiffmühlestrasse, unten die Limmat); blau: rund 160 Parkplätze (offen nur zu Betriebszeit), oben Hauptspielfeld, unten drei Trainingsplätze, entlang der Limmat Grünzone; violett: Umgelände Hauptspielfeld mit Garderobenanlage und Klublokal. Büro Senn

Gestaltungsplan Sportplatz Oberau (links Schönegg-, in der Mitte Schiffmühlestrasse, unten die Limmat); blau: rund 160 Parkplätze (offen nur zu Betriebszeit), oben Hauptspielfeld, unten drei Trainingsplätze, entlang der Limmat Grünzone; violett: Umgelände Hauptspielfeld mit Garderobenanlage und Klublokal. Büro Senn

«Wir rechnen weiterhin mit Widerstand aus dem Quartier», erklärt Untersiggenthals Gemeindeammann Marlène Koller. Und Robert Müller vom Oberrütiweg, einer der Gegner, nimmt auch kein Blatt vor den Mund: «Wir sind nach wie vor grundsätzlich gegen einen Sportplatz an diesem Standort.» Müller macht klar, dass es zu einem Einwendungsverfahren kommen werde. Auch das Betriebsreglement könne man so nicht akzeptieren.

Einige Punkte aufgenommen

Nach der Referendumsabstimmung im Jahr 2006 hatten die Gemeinden Turgi (federführend) und Untersiggenthal die Sportplatz-Gegner an den grünen Tisch geholt, um eine bessere Ausgangslage zu schaffen. Für den zweiten Anlauf konnten Turgi und Untersiggenthal auch die Gemeinde Gebenstorf ins Boot holen und die Vorlage für die Einwohnergemeindeversammlungen im November 2008 finanziell abfedern.

Eine Zweierdelegation aus der Nachbarschaft war danach bei der Mitwirkung am Gestaltungsplan dabei. «Einige ihrer Punkte haben wir aufgenommen und in die Planung einfliessen lassen», erklärt Marlène Koller. «Wir haben sehr viel Zeit für fundierte Abklärungen aufgewendet», so Koller weiter. Doch die Positionen sind zu unterschiedlich. Eine Einigung ist für sie eher unwahrscheinlich. Beim Gestaltungsplan wird der Kanton über die Einwendungen zu entscheiden haben. Danach würde den Einwendern der Beschwerdeweg offenstehen. Man habe die Verfahren mit ähnlicher Ausgangslage in Widen abgeklärt und sei darum zuversichtlich, sagt Koller.

Hoffnung auf gute Nachbarschaft

Laut Patrick Sandmeier, Präsident des FC Turgi, gebe es für ihn kaum ein weiteres Entgegenkommen, wenn ein funktionsfähiger Spiel- und Trainingsbetrieb das Ziel sein soll. Aufgrund des Urteils bei der Sportanlage in Widen, das diese Betriebszeiten geschützt hat, ist er zuversichtlich. Mit dem Sportplatz in Würenlos könne man die Oberau nicht vergleichen, weil die betroffenen Anwohner in Untersiggenthal einiges weiter entfernt seien, die Liegenschaft Schöneggstrasse 11 ausgenommen, sagt Sandmeier. Er ist überzeugt, dass mit dem ausgearbeiteten Betriebsreglement die Bedürfnisse der Anwohner berücksichtigt worden seien. Dies würde auch durch die Gutachten betreffend Lärm- und Blendschutz unterstrichen. Sandmeier hofft jetzt auf eine gute Nachbarschaft.

Rund 3 Mio. Franken wird die Anlage kosten, davon wird die Gemeinde Turgi mit rund 1 Mio. Franken den Hauptteil tragen; sie darf mit 4 Mio. Franken aus dem Verkauf des Sportplatzes Steig rechnen. Untersiggenthal wird 364000, Gebenstorf 242000 Franken plus den jährlichen Unterhaltsbeitrag beisteuern. «Zu viel für einen Verein», so ein Argument der Gegner. Nicht aber für Sandmeier: «Wir werden auch dem Turnverein bei Bedarf ein Benutzungsrecht einräumen.»

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