«Das Ortsmuseum existiert nun bereits seit 1991 und wurde dazumal wegen der Feier zur 700-jährigen Eidgenossenschaft gegründet», so Harry Widmer, einer der Organisatoren und Gestalter der Ausstellung in Niederrohrdorf. Dank eines Zusatzkredites sei das Museum bis heute bestehen geblieben, und jedes Jahr würde eine andere Sonderausstellung mit Bezug auf die lokale Geschichte Niederrohrdorfs gemacht werden. Auch Klassentreffen und Events von Sportvereinen fänden immer wieder hier, im zweiten Stock des Niederrohrdorfer Schulhauses, statt.

Kleine, aber dichte Ausstellung

Betritt man als Besucher das Museum, dessen Eintritt übrigens kostenlos ist, wird man von handgemachten Plakaten, die einem das Handwerk, seinen Ablauf und die Ausdrucksweisen des Polsterns auf der ganzen Welt näher bringen, durch den Raum geführt. Selbstverständlich sind auch verschiedene Exponate ausgestellt, unter anderem ein Sessel mit einem Querschnitt, dank welchem man sämtliche enthaltenen Materialschichten betrachten kann. Auch die Museumsmitarbeiter beantworten gerne Fragen, und für die Hungrigen gibt es eine Museumsbar. Insgesamt ist die Ausstellung zwar eher klein, aber dafür sehr dicht gehalten.

Aufschwung für die Polsterer

Highlight der Ausstellung jedoch ist wohl Nadine Villiger, von Beruf Innendekorateurin mit Spezialisierung im Polstern. In der Mitte des Raumes hat sie sich eine kleine, offene Werkstatt mit sämtlichen Materialien und Werkzeugen aufgebaut. Die Besucher können ihr bei der Arbeit zusehen, sie bezieht alte Sessel neu. «Die Arbeit am Wochenende macht mir nichts aus. Ich bin nun schon seit acht Jahren in diesem Beruf, und er macht mir noch immer Spass – und natürlich bringt mir die Ausstellung auch ein bisschen Werbung für mein Geschäft». Die junge Berufsfrau hat sich selbstständig gemacht.

Der Stuhl wird angepasst

Nachdem das Polsterhandwerk einige Jahrzehnte lang schwieriger geworden ist, da die Leute aus Preisgründen ihre alten Möbel lieber wegwarfen, als sie reparieren zu lassen, gibt es ihrer Meinung nach endlich wieder einen kleinen Aufschwung für die Handwerker: «Heute ist der brockenhausartige Retro-Stil wieder in Mode, und dementsprechend kommen immer mehr Leute zu uns, um ihre Möbel restaurieren und personalisieren zu lassen.» So passe sie zum Beispiel auch alte Stühle an, deren Besitzer sich einen neuen Tisch gekauft haben und nun die Stuhlpolsterung in der gleichen Farbe oder mit demselben Muster wollen.

Die Polsterhandwerksausstellung im Schulhaus Niederrohrdorf ist offen am 25.Mai und Auffahrtstag, 29. Mai, von 10 bis 16. Uhr. Der Eintritt ist kostenlos.