Heute ab 15.30 Uhr geht bei der Stadtverwaltung Baden gar nichts mehr, die Schalter schliessen vorzeitig. Grund dafür ist das Personalfest, welches um 17 Uhr in der Trafohalle in Baden steigt.

Mittendrin ist Geri Müller. Als amtierender Stadtammann wird er am frühen Abend vor seinem Personal eine Rede halten. Dies bestätigt Jacqueline Keller Borner, Mediensprecherin der Stadt Baden, auf Anfrage der az. «Es gehört zum normalen Ablauf der Veranstaltung, dass der Stadtammann sich am Personalfest an seine Mitarbeiter wendet.»

Selbstverständlich ist es trotzdem nicht. Müller hat wegen der Publikation seiner Nackt-Selfie-Affäre ein dreiwöchiges Timeout von seinem Amt genommen. Die Rede vor den mehreren hundert Mitarbeitern will er gemäss az-Recherchen aber unbedingt halten - und damit einen nächsten Schritt machen in seiner Mission, das Vertrauen in seine Person zurückzugewinnen.

Der Auftritt am Personalfest ist ein weiterer wichtiger Auftritt Geri Müllers in seiner Comeback-Woche.

Begonnen hat sie am Montag mit der Rückkehr an seinen Arbeitsplatz im Stadtrat Baden. An der gemeinsamen Sitzung wurde festgehalten, dass Geri Müller die entzogenen Ressorts vorläufig nicht zurückbekommt. Gleichzeitig wurde aber auch ein Mediationsprozess zwischen dem entmachteten Stadtammann und seinen Amtskollegen eingeleitet, der die entrückten Parteien wieder näherbringen soll.

Am Dienstag fuhr Müller erstmals wieder nach Bern ins Bundeshaus, wo er als Parlamentarier der Grünen auf seinem Nationalratssitz Platz nahm.

Im Schweizer Fernsehen stellte er sich am Mittwochabend dann den Fragen von «Rundschau»-Moderator Sandro Brotz und betonte: Es gehe ihm nicht ums Geld (Jahreslohn 260'000 Franken) bei seiner Absicht, Stadtammann von Baden bleiben zu wollen.

Neben seinen öffentlichen Auftritten hatte Geri Müller diese Woche hinter verschlossenen Türen bereits eine Aussprache mit ausgewählten Mitarbeitern. Heute Abend in der Trafohalle treffen auch die anderen Verwaltungsmitarbeiter erstmals wieder auf ihren Chef.

Geri Müller stellt sich den Fragen der SRF-Sendung "Rundschau"