Würenlos

Nächste Generation an neuem Ort aber mit gleicher Leidenschaft

Toni Fleischmann hat die Nachfolge seines Vaters Otto in der neuen Halle in Würenlos angetreten.

Toni Fleischmann hat die Nachfolge seines Vaters Otto in der neuen Halle in Würenlos angetreten.

Die dritte Generation ist bereit, die Fleischmann Holzbau AG zu übernehmen. Der neue Standort ist schon eingeweiht worden.

Der Tisch im neuen Konferenzraum in Würenlos ist selbst gebaut und natürlich, wie der gesamte Bürotrakt auch, vollständig aus Holz angefertigt. Für Toni Fleischmann, Geschäftsführer der Fleischmann Holzbau AG, ist das gelebte Authentizität, die zu seinem Beruf dazugehört. Toni hat den Familienbetrieb von seinem Vater Otto in den letzten Jahren sukzessive übernommen und hält spätestens seit dem Umzug von Wettingen nach Würenlos im Juli offiziell die Zügel in der Hand. Für Otto Fleischmann, der in rund eineinhalb Jahren pensioniert wird, kein Problem: «Es fällt mir leicht, zurückzustehen.»

Dass Toni Fleischmann die Firma eines Tages übernehmen wird, war keineswegs von Anfang an vorgezeichnet. Denselben Weg einzuschlagen wie sein Vater, habe der 32-Jährige für sich ursprünglich ausgeschlossen. «Zuerst musste ich mir selber im Klaren sein, was ich überhaupt möchte.» Nach einem Studium in Bauprozessmanagement, Aufgaben in der Immobilien- und Arealentwicklung und als Projektentwickler beim Bund hat er schliesslich gemerkt, dass ihm ein wenig der Druck und die wirklich spannende Herausforderung fehlt. Nach reiflicher Überlegung habe er sich bewusst für den Schritt «zurück zur Basis» entschieden, wie er es nennt. Vor rund sieben Jahren war das.

«Zwei mit einem kräftigen Willen»

Otto Fleischmann ist glücklich, dass sein Nachfolger aus der eigenen Familie kommt: «Ich wäre ein schlechter Vater, wenn ich dem nicht zugestimmt hätte. Der Wunsch war natürlich da, aber es war seine Entscheidung.» Jede Antwort hätte er akzeptiert, sagt der 63-Jährige. Dass Vater-Sohn-Beziehungen nicht immer einfach sind, darüber sind sich beide Fleischmanns einig. Um einen Betrieb mit 25 Mitarbeitern erfolgreich führen zu können, brauche es einen starken Willen. «Wenn zwei mit einem kräftigen Willen wie wir aufeinandertreffen, sind viele Gespräche nötig, um ein Vorgehen abzumachen, mit dem beide Seiten zufrieden sind», sagt Otto Fleischmann.

Die Meinungen würden nur schon aufgrund des Generationenunterschieds auseinandergehen, sagt Toni Fleischmann. Denn heutzutage werde im Vergleich zu früher auch in Gewerben wie dem Holzbau vermehrt Wert auf verschiedene Arbeitstechniken und eine funktionierende IT-Infrastruktur gelegt, bei der Hilfsmittel wie Social Media zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Für die Fleischmann Holzbau sei es wichtig, die neuen Herausforderungen anzunehmen und sich dem schnellen Wandel anzupassen, wie Toni Fleischmann betont. «Für uns geht es auch darum, Innovationen anzustreben, um weiterhin attraktiv und marktfähig zu bleiben», sagt der 32-Jährige weiter. Die Konkurrenz im Holzbaugeschäft sei hart und der Kampf um jeden Auftrag werde von Jahr zu Jahr intensiver.

Man wolle sich auch deshalb klar positionieren. «Im Holzbaugewerbe findet derzeit eine umfassende Industrialisierung statt. Mittelgrosse Holzbaubetriebe wie wir müssen sich beispielsweise mehr auf Montagearbeit konzentrieren als grössere Firmen», sagt Toni Fleischmann. Es gehe darum, sich bewusst zu werden, wo die Stärken des Betriebs lägen und diese möglichst gut herauszuarbeiten.

Dabei helfen soll auch das neue Zuhause der Fleischmann Holzbau. 1952 hatte Otto Fleischmann senior das Unternehmen im Wettinger Dorfkern gegründet. Vor zwei Jahren beschloss die Firma, sich nach einem neuen Standort umzusehen, weil die engen Räumlichkeiten den modernen Anforderungen eines Gewerbebetriebes nicht mehr gerecht wurden. In Würenlos fand man schliesslich das passende Areal.

Für Otto Fleischmann war der Abschied von Wettingen nicht allzu sehr von Wehmut begleitet. «Renovationen wären an der Liegenschaft in Wettingen zwingend nötig gewesen, was sich aber nicht realisieren liess. Dass eine Firma weitergeht, war für mich wichtiger.» Insofern sei es ein ganz bewusster Entscheid und der richtige Weg für die Zukunft gewesen.

Die Halle in Würenlos hat der Betrieb in lediglich neun Monaten für die eigenen Bedürfnisse umgebaut. Im Juli folgte dann der endgültige Umzug. Die Arbeit am neuen Ort wurde schon aufgenommen, noch sind letzte Installations- und Aufräumarbeiten zu erledigen. In der Gemeinde scheint das Interesse an der Fleischmann Holzbau bereits jetzt gross zu sein: Am Tag der offenen Tür fanden über 800 Leute den Weg nach Würenlos. «Die Beteiligung war sensationell. Unsere Erwartungen wurden absolut übertroffen», sagt Toni Fleischmann.

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