Heute Morgen geht der Gemeinderat über die Bücher: Im Rahmen der Budgetsitzung berät er sich laut Gemeindeammann Rolf Leimgruber über die Erhöhung des Steuerfusses.

Wie er bereits an der Infoveranstaltung Mitte August betreffend eines neuen Primarschulhauses äusserte, ist eine Steuerfusserhöhung unumgänglich. Grund dafür sind die beiden laufenden Projekte Kreisel Busslingen von 3,1 Mio. Franken sowie der der Anteil von 3,5 Mio. Franken an das Oberstufenzentrum Rohrdorferberg.

Die Bevölkerung wird jedoch auch aufgrund der beiden aktuellen Projekte tiefer in die Tasche greifen müssen: Der Bau des Primarschulhauses soll 4,9 Mio. Franken kosten, der Umbau des Kindergartens für die Tagesstrukturen 83 000 Franken.

Heute liegt der Steuerfuss der Gemeinde bei 92 Prozent. Um wie viel Steuerprozente der Gemeinderat den Steuerfuss erhöhen will, darüber schweigt Leimgruber derweil. Das Geheimnis lüften will er an der ausserordentlichen Gmeind, kurz bevor die Stimmberechtigten über die beiden Kredite entscheiden.

Es gibt keinen Plan B

Leimgruber zeigt sich hinsichtlich der Abstimmung zuversichtlich: «An der Infoveranstaltung im August nahmen viele Eltern von schulpflichtigen Kindern teil. Kritische Stimmen blieben mehrheitlich aus.» Einzig die Steuerfusserhöhung sei thematisiert worden.

Der Pavillon der Primarschule ist marode und das Haus für die Tagesstrukturen wird 2016 abgerissen. Einen Plan B hat der Gemeinderat nicht.

Somit bleibt den Stimmberechtigten fast nichts anderes übrig, als dem Projekt zuzustimmen. Und sollte die Versammlung das Projekt ablehnen? «Dann hat die Schule schlechte Räume, bis wir zu einem späteren Zeitpunkt ein anderes Projekt beantragen. Wir brauchen ein neues Schulhaus», sagt Leimgruber.

Die Eröffnung der neuen Gebäude ist auf das Schuljahr 2016/17 geplant. «Das ist ein sehr sportliches Ziel», ist sich Leimgruber bewusst. Zuerst sei man davon ausgegangen, dass mit kleineren Umbauten zusätzlicher Schulraum geschaffen werden könne», erklärt Leimgruber den straffen Zeitplan.

Abklärungen in den letzten zwei Jahren hätten ergeben, dass dies nicht ausreiche. «Wir wollen in eine längerfristige Lösung investieren.» Grund: Bereits heute besuchen 180 Kinder die Primarschule und den Kindergarten. Da im Ortsteil Busslingen zwei Mehrfamilienhäuser gebaut werden, geht der Gemeinderat von steigenden Schülerzahlen aus.

Kindergarten: Tagesstrukturen

Das Projekt der Poletti Spuler Architekten AG aus Ennetbaden sieht vor, den alten Pavillon abzureissen und durch einen neuen zweistöckigen Modulbau zu ersetzen. Der unter dem heutigen Pavillon eingedolte «Husmattbach» muss laut Broschüre freigelegt werden. Das verlangt der Kanton. «Die Kosten von 325 000 Franken sind im Kredit enthalten», erklärt Leimgruber. Der bestehende Kindergarten soll für die Tagesstrukturen umgebaut werden.

Ausserordentliche Gmeind: Montag, 31. August, 20.15 Uhr, Turnhalle.