Baden
Natur: Die Limmat schäumt wie wild, aber nicht vor Wut

Schaumkronen bildeten sich in den letzten Tagen auf der Limmat. «Es dürfte sich mit grosser Wahrscheinlichkeit um eine natürliche Schaumbildung handeln», sagt Friedrich Zimmermann, Fachspezialist Oberflächengewässer des Kantons Aargau.

Dieter Minder
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Schaumkrone am Limmatufer im Bereich des Tränenbrünneli. DM

Schaumkrone am Limmatufer im Bereich des Tränenbrünneli. DM

Dieter Minder

«Natürlicher Schaum bildet sich aus Stoffen, die in der Umwelt vorkommen», präzisiert Friedrich Kaufmann. Dieser Schaum ist in der Regel weisslich, manchmal aber auch leicht gelblich bis bräunlich, da er oft mit Erde durchmischt ist.

Beim Abbau von abgestorbenem, organischem Material wie Laub, Algen oder Insekten entstehen Substanzen, die teils oberflächenaktiv sind: «Sie verhalten sich ähnlich wie Seifen.»

Ob das Schaum bildende organische Material aus einer natürlichen Quelle stammt oder durch Menschen hervorgerufen wurde, lässt sich anhand des Schaums selten genau bestimmen.

«Die Bestandteile des Schaums sind dieselben», sagt Zimmermann. Selbst im Labor kann die Ursache kaum genau eruiert werden, schreibt das Amt für Wasser und Abfall (AWA) des Kantons Bern in einem Faktenblatt. Beobachtungen seien häufig zielführender als aufwendige Untersuchungen im Labor. «Schaum aus abgestorbenen Alten ist leicht klebrig und riecht meist nach Algen oder Fischen», sagt Zimmermann.

Von Menschen versursachter Schaum riecht eher nach Waschmittel oder Parfum. Er zerfällt rasch und lässt sich aber durch kräftiges Schütteln wieder herstellen. Meist hat von Menschen verursachter Schaum er im Flusslauf einen ganz klaren Anfang, nämlich an derjenigen Stelle, an der die Schadstoffe in den Fluss gelangten. Im weiteren Flussverlauf nimm der Schaum ab.