Der Gemeinderat stellte den Antrag auf einen Kredit von 1,65 Mio. zum Neubau eines Doppel-Kindergartens im Unterdorf. Somit wäre der Doppel-Kindergarten vom Gluri Suter Huus in den alten Friedhof verlegt worden.

Die Idee: Das Gluri Suter Huus könnte - was bisher nur teilweise möglich war - als Kunsthaus genutzt werden. Auch die Lage im alten Friedhof wurde nicht willkürlich gewählt: Bis 2030 soll der alte Friedhof zu einer Bildungs- und Freizeitoase umgestaltet werden. Im Rat kritisiert wurde, dass es sich bei dem Neubau nur um ein Provisorium handelt. Das heisst, dass der neue provisorische Doppel-Kindergarten im alten Friedhof um das Jahr 2030, wenn das neue Freizeitareal entsteht, ersetzt werden müsste, durch einen definitiven Bau.

Gluri Suter Huus hat klare Mängel

Gemeinderätin Antoinette Eckert fasst die Mängel des Gluri Suter Huus zusammen: «Es ist nicht behindertengerecht, die Heizung funktioniert im Winter nicht gut, der Platz für die Kinder fehlt und es mangelt an Sicherheit.»

Für Gemeinderat Daniel Huser gibt es klare Argumente für einen Neubau. Einerseits bräuchte es den neuen Doppel-Kindergarten, da die Zahl der Kinder in der Gemeinde stets steige, andererseits gäbe es Nutzungskonflikte zwischen dem Kindergarten und dem Kunstbereich. «Es braucht heute einen Entscheid, damit wir wissen, in welche Richtung wir gehen müssen. Die Verlegung des Doppel-Kindergartens ist die richtige Entscheidung.»

Selbst die Befürworter kritisieren

Paul Koller, Präsident der Finanzkommission (Fiko) sagte, dass die Fiko sich ursprünglich ihrer Stimme enthalten wollte. «Je mehr Unterlagen wir geprüft haben, umso mehr Fragen blieben im Raum stehen.» Schliesslich entschied sich die Fiko, den Antrag zurückzuweisen. «Wir können nicht hinter dieser Sache stehen», begründet Koller den Entscheid der Fiko.

Es sei schon lange bekannt, dass es im jetzigen Doppel-Kindergarten an der nötigen Ausstattung fehle. Dass das Kreditbegehren erst jetzt vorliege, sei sehr fraglich, sagte Patrick Neuenschwander (SP). Trotzdem sei die Fraktion für den Bau des neuen Doppel-Kindergartens.

Für Markus Bader (SVP) sprachen zu viele Punkte gegen eine Bewilligung des Kredites. Ihn störe es, dass nur ein Provisorium geplant sei. Auch die Lage sei verkehrstechnisch gesehen nicht optimal. Doch sein Hauptgrund - wie auch bei vielen andern - war, dass die Aussagen zur Notwendigkeit des neuen Doppel-Kindergartens zu widersprüchlich seien.

«Vermutlich fehlte es den Verfassern des Antrages an Zeit, um einen guten Text zu erstellen», sagt Marie-Louise Reinert (EVP). Trotzdem sei sie für den Neubau des Doppelkindergartens.
«Beginnen wir lieber nochmals von Neuem und machen eine saubere Planung», sagte Martin Egloff (FDP).

«All diese Argumente hören sich so an, als hätte der Gemeinderat nichts geplant», unterbrach Gemeindeammann Dieth Markus leicht genervt die Diskussion. «Der Gemeinderat war immer der gleichen Meinung und wird es auch weiterhin sein.» Die Kultur werde bleiben und der Doppel-Kindergarten ziehe aus. Das sei die Absicht.

Ein definitives Nein zum Neubau

Die Abstimmung über die von der CVP geforderte Zurückweisung des Antrages führte zu einer Ablehnung.
Der Antrag auf einen Kredit von 1,65 Mio. Franken für den Neubau wurde mit 16 Ja zu 25 Nein bei 2 Enthaltungen abgelehnt.