Ehrendingen

Neongelbe Westen auf dem Velo: Schüler wagen sich in den Strassenverkehr

Die Schüler warten gespannt in einer Reihe vor dem Start des Slalomparcours. Nummer 45 ist wohl verschwunden.Michel Kessler

Die Schüler warten gespannt in einer Reihe vor dem Start des Slalomparcours. Nummer 45 ist wohl verschwunden.Michel Kessler

Die Schüler der 5. Klasse absolvierten am vergangenen Donnerstag ihre Veloprüfung in Ehrendingen.

Im strömenden Regen steht die 5.-Klässlerin Sarina am Start. Nach einer Minute bekommt sie ein Signal und fährt los. Die Veloprüfung, die beim Schulhaus Lägernbreite in Ehrendingen beginnt, ist im vollen Gange. In regenfester Kleidung und leuchtenden Startnummer trotzten die 5.-Klässler aus den Dörfern Ehrendingen und Freienwil den widrigen Wetterverhältnissen und treten motiviert in die Pedale. «Ich finde es sogar besser, dass es nicht heiss ist, dann schwitzt man auch nicht so fest», erklärt Sarina, als sie vom praktischen Teil zurückkommt.

Allgemein überwiegt die gelassene und fröhliche Stimmung. «Wir hätten jetzt zwei Stunden Mathematik. Natürlich bin ich dann lieber draussen, egal wie das Wetter ist», sagt Dominik, der ebenfalls an diesem Tag die Veloprüfung absolviert. Nebst dem praktischen Fahrtest im öffentlichen Strassenverkehr wird auch die Geschicklichkeit durch einen Slalomparcours getestet. Die Fahrräder der Teilnehmer werden zudem vor dem Start von Polizisten auf ihre Korrektheit geprüft.

Prüfung mit über 200 Kindern

Vor dem offiziellen Prüftag mussten die Schüler eine Theorieprüfung absolvieren. «Dabei passieren oft die meisten Fehler. Beim praktischen Teil geht meistens alles sehr ring und die Kinder machen das wirklich gut», so Ernst Meier, Verkehrsinstruktor der Stadtpolizei Baden. Er ist Leiter des Anlasses, bei dem insgesamt 20 Personen mithelfen. Auch wenn es in Ehrendingen, mit nur 67 Schülern, ein kleines Ereignis sei, sei man auf freiwillige Mithelfer angewiesen. «Alleine würden wir das nicht schaffen», so Meier. An der Prüfung in Nussbaumen werden dann über 200 Kinder teilnehmen, was deutlich mehr Aufwand, Zeit und Einsatzkräfte beanspruche.

Die grosse Anzahl Kinder erklärt sich aufgrund des Umstandes, dass die Schüler aus Baden dieses Jahr die Veloprüfung in Nussbaumen absolvieren müssen. In der Stadt Baden kann dieses Jahr nämlich keine Prüfung durchgeführt werden: Die Verkehrsverhältnisse, die die Schulhausplatzbaustelle verursacht, machen dies unmöglich.

«Das Chaos wäre programmiert und die Sicherheit der Schüler würde ebenfalls gefährdet werden», erklärt Meier. «Einen Unfall gab es aber glücklicherweise noch nie an einer unserer Veloprüfungen.»

Die Sicherheit und die Prävention vor Unfällen seien auch die Kernpunkte der ganzen Prüfung. Man wolle den Kindern beibringen, wie man sich korrekt im Strassenverkehr verhält. Dieses Ziel wird normalerweise auch immer erreicht: 95 Prozent der Teilnehmer bestehen die Veloprüfung mit Bravour.

Ganz nach dem Motto «Zuerst die Arbeit, dann das Vergnügen» bekommt jeder Teilnehmer am Ziel einen Müsliriegel und ein Getränk. «Es hat sehr viel Spass gemacht. Schade das wir am Nachmittag noch in den Unterricht müssen, ich wäre jetzt gerne noch weiter gefahren», sagt Sarina.

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